Meine entsetzlichen Erfahrungen im Frauengefängnis Heilongjiang (Fotos und Zeichnungen)

Von Li Dongxue

(Minghui.org) Im Folgenden berichtet Li Dongxue von den Folterungen, die sie in den sechs Jahre von 2002 – 2008 im Frauengefängnis Heilongjiang in China erleiden musste. Isolierhaft und Misshandlungen und Folter durch Kälte sind dort an der Tagesordnung, insbesondere aber die Foltermethode, dass die Arme auf den Rücken gefesselt werden und die Falun Gong-Praktizierenden anschließend an den Armen aufgehängt werden. Li Dongxues Verbrechen? Sie hielt an ihrem Glauben an Wahrhaftigkeit-Barmherzigkeit-Nachsicht fest, den Grundsätzen von Falun Gong.

Hier ihr Bericht:

„Ich bin eine Falun Gong-Praktizierende aus Harbin, Provinz Heilongjiang in China. Da ich auf das Praktizieren von Falun Gong bestand, war ich sechs Jahre lang im Frauengefängnis von Heilongjiang eingesperrt.

30 Polizisten stürzen in die Wohnung, um eine einzige Frau zu verhaften

Am 24. Mai 2002 suchte mich Wang Hongchao, der Leiter der Xinhua Polizei-Unterstation, mit einem weiteren Polizisten aus Hulan in meiner Wohnung auf. Als sie mich aufforderten, mit ihnen zur Polizeistation zu kommen, legte ich ihnen einen ärztlichen Bericht vor. Darin stand, dass meine Schwiegermutter – die zu der Zeit bei uns wohnte – aufgrund ihres Herzanfalls auf keinen Fall unnötigerweise beunruhigt oder erschreckt werden sollte. Mein Mann fragte die Polizisten, ob sie garantieren könnten, dass ich wieder sicher nach Hause käme. „Nein“, lautete die Antwort, danach riefen die Polizisten Unterstützung herbei.

Nur wenige Minuten später stürzten 30 Polizisten unter der Führung von Wang Keda, dem Leiter der politischen Abteilung der Polizeistation, in meine Wohnung. Weitere Polizisten standen im Flur und umstellten das Apartmentgebäude. Viele Nachbarn kamen heraus, um zu sehen, was vor sich ging. Ich öffnete mein Fenster und rief: „Ich bin eine Falun Gong-Praktizierende und praktiziere Wahrhaftigkeit-Barmherzigkeit-Nachsicht. Statt Kriminelle zu fangen, verfolgen diese Polizisten gute Menschen!“ Wang Keda befahl den Polizisten, mich zu ergreifen und zu einem wartenden Polizeitransporter zu bringen. Während sie mich zum Wagen brachten, hielten mich zwei Polizisten an den Armen fest.

Als meine Schwiegermutter reagierte entsetzt auf meine Verhaftung und erlitt einen weiteren Herzanfall. Obwohl sie gleich ins Krankenhaus gebracht wurde, starb sie kurze Zeit später. Mein Schwiegervater, der seit vielen Jahren gelähmt im Bett lag, starb ebenfalls kurze Zeit nach diesen Ereignissen, wahrscheinlich aufgrund des Schocks und der Trauer über den plötzlichen Tod seiner Frau.

Im Dezember 2002 wurde ich dann zu sechs Jahren Gefängnis im Frauengefängnis Heilongjiang verurteilt.

Ohne Kleidung tagelang im Winter in der klirrenden Kälte stehen

Als Mitpraktizierende und ich uns im April 2003 in dem Frauengefängnis weigerten, Zwangsarbeit zu verrichten, zwangen uns die Brigadeleiter Kang Yaling und Cui Yan, einige Tage hintereinander von 6:00 Uhr morgens bis 20:00 Uhr abends auf kleinen Metallhockern zu sitzen. Schließlich kamen zehn Wärterinnen in Schutzkleidung und Helmen in unserer Zelle und zwangen uns gewaltsam zur Arbeit.

Am 16. Oktober 2003 mussten über 30 Praktizierende bis Mitternacht aufrecht stehenbleiben, nachdem sie sich geweigert hatten, während eines Appells die ihnen zugewiesenen Gefängnisnummern zu rufen. Außerdem zwang man sie, niederzukauern und ihre Namensschilder vor sich zu halten. Einige Tage später erhöhten die Wärterinnen die Standzeit um zwei Stunden.

Einen Monat später, es war November, wurden wir mit fast nichts am Körper in die frostige Kälte hinausgetrieben und mussten dort regungslos stehen. Tage später befahl der Brigadeführer den Wärterinnen Wu Xuesong, Jiang Wie und Lin Jia und den Häftlingen Cui Xue und Zhao Yueqin, uns im Freien herumrennen zu lassen. Die Praktizierende Tie Junying, die ganz vorne in der Reihe stand, weigerte sich zu laufen. Als die Bewacher sahen, dass wir ihren Anweisungen nicht folgten, schleppten sie uns zur Rückseite des Männergefängnisses und zwangen uns, dort stehenzubleiben. Sie nahmen uns unsere Mäntel, Hüte und Handschuhe weg. Dann ließen sie uns in klirrender Kälte von 8:00 Uhr morgens bis 16:30 Uhr ohne Nahrung und ohne Wasser stehen.

Die Praktizierende Zheng Hongli wurde in der Kälte bewusstlos. Meine Hände wurden mit Handschellen hinter meinem Rücken gebunden. Wir alle zitterten fürchterlich. Das Ganze dauerte sieben Tage lang. Wenn wir abends in unseren Zellen zurückgebracht wurden, schmerzten unsere Körper vom Kopf bis zu den Zehenspitzen.


Illustration: Folter mit Kälte

Die Praktizierenden, die auf diese Weise gefoltert wurden: Wang Hua, Wang Fajuan, Wang Yuxian, Wang Shuxia, Xu Xiawei, Wang Jiali, Pan Qingli, Liu Yaqin, Zheng Jinbo, Shen Jinge, Chen Yunxia, Miu Xialu, Chen Weijun, Guan Fenglan, Zheng Hongli, Li Jingwei, Wang Shufang, Wang Jinyue, ich selber und weitere Praktizierende.

Die Wärterinnen, die sich an dieser Folter beteiligten, waren Xiao Lin, Kang Yazhen, Cu Yan, Wu Xuesong, Lin Jia und Jiang Wei.

Die Insassinnen, die von den Wärterinnen angehalten wurden, an der Folter teilzunehmen: Yue Ge, Zhang Yu, Cu Xue, Fu Xiuling, Zhang Xuan, Yang Shuhua und Li Yueqin.

Am Abend des siebten Tages der Kälte-Folter weigerten sich die Praktizierende Lu Shuquin und ich, unsere Häftlingsnummern aufzurufen bzw. unsere Namensschilder während des Appells zu tragen. Daraufhin trat der Häftling Cui Xue auf Frau Lu so lange ein, bis sie Blut spuckte. Am nächsten Tag wurde sie ins Gefängniskrankenhaus gebracht. Ich selbst wurde 24 Stunden lang mit Handschellen im Waschraum angekettet.

Eines Abends wurde ich für den Appell aus meiner Zelle geschleppt. Ich rief weder meinen Namen noch kauerte ich mich zusammen (es wurde von uns verlangt, uns mit geneigtem Kopf niederzukauern). Eine Wärterin schrie: „Sorgt dafür, dass sie sich niederkauert!“ Daraufhin traten mir die Häftlinge Zhao Dahong (eine Drogenhändlerin), Pan Guiling und Hou Zhiyun (verurteilte Mörderinnen) in die Beine und drückten mich an meinen Schultern nach unten.

Tagelang mit Handschellen auf dem Rücken in der Reihe stehen

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Folternachstellung: mit Handschellen auf dem Rücken gefesselt sein

Eines Tages wurden zehn Praktizierende und ich im Waschraum mit Handschellen gefesselt. Bei sechs wurden die Hände auf den Rücken gebunden. So mussten sie mehrere Tage in einer Reihe stehen bleiben. Um gegen diese Folter zu protestieren, traten wir in einen Hungerstreik. In der vierten Nacht brachen acht von uns aufgrund der Erschöpfung zusammen und blieben auf dem kalten und feuchten Zementboden liegen. Frau Chen Weijun fiel in eine Wasserpfütze und Frau Zheng Hongli und ich verloren das Bewusstsein. Die Häftlinge Wang Xianli und Xu Guilan zogen Zheng Hongli und mich zum Lagerhaus des Gefängnisses, wo wir den Rest der Nacht verbrachten. Als wir später das Bewusstsein wiedererlangten, wurden wir in den Waschraum zurückgeschleppt. Während wir auf dem Boden lagen, duschte sich Xu Guilan, um uns alle nass zu machen.

Später wurden wir tagsüber in den Waschraum gesperrt und zum Schlafen auf dem Steinfußboden ins Lagerhaus des Gefängnisses gebracht. Unsere Hände waren stets mit Handschellen nach hinten gefesselt, außer beim Essen oder auf der Toilette. Die Insassin Yan Shuhua schrieb unsere Namen auf Stoff und nähte diesen dann an unsere Kleidung. Als wir die Nähte wieder herauslösten, wurde sie zornig und stach mit der Nadel auf unsere Köpfe ein. Der Kopf der Praktizierenden Sun Guizhi schwoll danach an. Als ich Yan nicht mehr erlaubte, mich zu stechen, trat sie mit ihren Stiefeln wild gegen meine Beine.

Einen Monat lang in Unterwäsche der Winterkälte ausgesetzt

Am 7. Februar 2004 lasen wir die Lehre des Meisters (dem Begründer von Falun Gong, Herrn Li Hongzhi), die wir auf einige Stücke Papier geschrieben hatten. Da der Waschraum über Videokameras im Hauptkontrollraum überwacht wurde, sah der Gefängnisleiter Liu Zhiqiang, was wir taten. Daraufhin stürmte er in den Waschraum, ergriff unsere handschriftlichen Notizen und befahl den Wärterinnen, Sun Guizhi, Miao Xiaolu und mich in sehr kleine Einzelhaftzellen zu sperren. Die Wärterinnen nahmen uns unsere warmen Mäntel und Hosen ab, so dass wir nur noch dünne Blusen und lange Unterwäsche trugen. Dann öffneten sie das Fenster, um uns frieren zu lassen. Auf diese Art wurden wir einen Monat lang gequält.


Illustration: Zwangsernährung

Am 8. März wurden Miao Xiaolu, Sun Guizhi und ich tagsüber in den Waschraum gesperrt und in der Nacht zurück ins Lagerhaus gebracht. Sieben weitere Praktizierende waren mit uns im Waschraum. Später traten Frau Chen Weijun und Frau Wang Fang in einen Hungerstreik, um gegen die Misshandlungen zu protestieren. Daraufhin wurden sie von dem Gefängnisarzt Shang Xiaomei zwangsernährt. Er ließ den eingeführten Nahrungsschlauch acht Tage im Magen der Frauen zurück. Als die Schläuche schließlich wieder herausgezogen wurden, befunden sich Schimmel und Mehltau an ihnen und Frau Wang Fang hatte einen furchtbaren Husten. Frau Chen und Frau Wang wurden später zu Tode gefoltert.

Mit Handschellen auf den Rücken gefesselt und dann an den Armen aufgehängt

Die Wärterin Kang Yazhen befahl die Praktizierenden Sun Guizhi, Wang Fajuan, Miao Xiaolu, Zhen Yunxia, Zheng Jinbo, Zheng Hongli und mich in ihr Büro und fragte uns, ob wir unsere Namensschilder tragen und den Anweisungen der Häftlinge folgen würden. Als unsere geschlossene Antwort „Nein“ lautete, wurden wir wieder in unsere Zellen zurückgebracht. Dann begannen einige Wärterinnen und Häftlinge, uns zu foltern, indem sie unsere Hände auf den Rücken fesselten (siehe nachfolgendes Bild) und anschließend unsere Arme über den obersten Bettpfosten hingen, so dass unsere Füße nicht mehr den Boden berühren konnten.


Folternachstellung: mit Handschellen rückwärts an einen Bettpfosten gefesselt

Die Praktizierende Wang Fajuan verlor bei dieser Folter innerhalb von zehn Minuten das Bewusstsein. Als sie schließlich wieder zu sich kam, war eine Seite ihres Körpers ernsthaft verletzt und sie konnte nur noch aufstehen, indem sie sich selbst mit der anderen Körperseite gegen die Wand nach oben drückte. Andere Praktizierende hatten ernsthafte Schnitte an ihren Handgelenken erlitten.

Die Wärterin Yang Shuhua, Hu Xiaoli und Zhang Qingmei rissen meine Hände auf den Rücken und verengten die Handschellen. Die Schmerzen waren so peinigend, dass ich die ganze Nacht nicht mehr schlafen konnte. Ich sagte zu den Wärterinnen: „Wenn ich dadurch behindert werden sollte, sage ich meiner Familie, dass sie euch anklagen soll!“

Als die drei Häftlinge versuchten, mich bei meinen Armen aufzuhängen, schafften sie es nicht. So forderten sie weitere zehn Häftlinge um Hilfe an. Alle drückten meine Arme hinter meinem Rücken nach oben und fesselten mich mit Handschellen an den oberen Bettpfosten. Nur noch meine Zehen berührten den Boden. Die Handschellen schnitten sofort in meine Handgelenke. Dann ließen sie mich drei Tage lang so hängen. In ihrer sadistischen Art kamen sie zu mir und boten mir Nahrung an, doch hatte ich so starke Schmerzen, dass ich nichts essen konnte. Als ich darum bat, die Toilette zu benutzen, weigerten sie sich mich herunterzulassen. Stattdessen wiesen sie einen anderen Häftling an, einen Eimer zu bringen, in den ich aus dieser Folterposition hinein urinieren sollte.

Meine Handgelenke waren so geschwollen, dass ich meine Hände nicht mehr bewegen konnte. An dieser Folter beteiligt waren die Wärterinnen Kang Yazhen und Wu Xuesong zusammen mit den Häftlingen Zhang Qingmei, Hu Xiaoli, Yang Shuhua, Liu Yan und Cui Xue.

Am 27. Juli 2004 befahlen die Wärterinnen Kang Yazhen, Wu Xuesong, Cui Yan und Li Jia den Häftlingen Li Li, Hu Xiaoli, Zhang Qingmei, Song Xiaolei, Cui Xue und Shi Chaobo, alle Praktizierenden brutal zu foltern, die sich weigerten, ihre Namen beim Appell auszurufen oder Namensschilder zu tragen. Sie ergriffen erneut meine auf den Rücken gefesselten Arme, zogen diese nach oben und hängten sie an den obersten Bettpfosten. Der Häftling Li Li stand auf dem obersten Kojen Bett und stampfte mehrmals auf meine Hände.

„Wer wird es erfahren, wenn du hier stirbst?“

Als Zhang Qingmei meine Füße vom unteren Bett drückte, baumelte ich in der Luft, nur noch an meinen Armen hängend. Ich sagte zu der Wärterin Li Jia: „Du wirst mich umbringen, wenn du damit weitermachst.“ Als sie den Raum verließ, meinte sie: „Wer wird es erfahren, wenn du hier stirbst?“ Die Schmerzen waren so unerträglich, dass ich innerhalb von Minuten das Bewusstsein verlor.

Als ich wieder zu mir kam, lag ich allein im Raum. Ich spürte, dass ich keinerlei Kraft mehr hatte, diese Schmerzen noch weiter zu ertragen. Dies war schlimmer als der Tod. Deshalb stand ich auf und rannte, so schnell ich konnte, gegen die nächste Wand. Die Insassin Xu Shufang eilte in den Raum und hielt mich fest. „Ich habe gesehen, was sie dir antaten“, sagte sie zu mir, „niemand kann dieser Folter standhalten. Aber du darfst hier nicht sterben – deine Familie wartet auf dich. Ich habe schon befürchtet, dass so etwas wie das hier geschehen würde, deshalb habe ich draußen vor der Tür gewartet.“

Die Praktizierenden Sun Guizhi und Shi Shuyuan wurden ebenso an diesem Tage gefoltert. Am vierten Tag folterten die Wärterinnen die Praktizierenden Chen Yunxia, Miao Xiaolu, Liu Yaqin, Han Xingli, Zheng Hongli, He Chunhua, Ba Lijiang und Wang Ye, weil diese vier Tage zuvor in einen Hungerstreik getreten waren. Am brutalsten wurden Miao Xiaolu und Chen Yunxia gefoltert.

Auf dem Weg zur Toilette sah ich, dass Miao Xiaolu bewusstlos auf dem Boden ihrer Zelle lag. Ich eilte zu ihr. Sie war vorher bereits zwangsernährt und dann an den obersten Bettpfosten gehängt worden. Sowohl der Boden als auch ihre Hosen waren mit Urin getränkt. Einige Insassinnen zerrten mich aus ihrer Zelle. Ein Arzt und eine Krankenschwester wiederbelebten Miao Xiaolu mit Akupunktur. Danach konnte sie für sehr lange Zeit weder sprechen noch gehen.

Und weitere Folter durch Isolierhaft und „Aufhängen“

Die Wärterinnen Kang Yazhen, Cui Yan, Wu Xuesong und Lin Jia sperrten meine Mitpraktizierenden Liu Yaqin, Sun Guizhi, Zheng Hongli, Miao Xiaolu, Shi Shuyuan, Han Xingli, Chen Yunxia und mich in einen Spezialraum mit Videoüberwachung. Erneut wurden wir hinter unserem Rücken mit Handschellen gefesselt und von morgens 5:00 Uhr bis abends 20:00 Uhr an den obersten Bettpfosten gehängt. Nach 10:00 Uhr fesselte man uns mit Handschellen an den unteren Bettpfosten. Shi Shuyuan und ich hatten unerträgliche Schmerzen in unseren Armen und mussten uns hinsetzen. Die Praktizierenden Xiaolu und Shi Shuyuan wurden ins Gefängniskrankenhaus gebracht (Miao wurde später zu Tode gefoltert). Die anderen fünf Praktizierenden schliefen auf dem kalten Steinboden, während ihre Arme mit Handschellen nach hinten an den unteren Bettpfosten gefesselt waren. Auf diese Weise wurden wir zwei Monate lang gefoltert.

Als die Wärterin Lu Hua sah, dass meine Füße geschwollen und voller Eiter waren, schlug sie vor, dass ich den Gefängnisarzt aufsuchen sollte. Ich fragte sie: „Dies alles ist nur geschehen, weil du mich gefoltert hast! Wenn ich alles niederschreibe, wirst du es dann unterzeichnen?“ Daraufhin ging sie sofort zu den Wärterinnen Kang Yazhen und Cui Yan und erzählte ihnen, was ich zu ihr gesagt hatte.

Danach wurden wir nicht mehr länger an den oberen Bettpfosten gehängt, aber immer noch an den unteren Bettpfosten. Jeden einzelnen Tag und insgesamt vier Monate lang wurden wir auf diese Weise gefoltert. Die Praktizierende Liu Yaqin, die in den Fünfzigern ist, musste später ihre Arme nach hinten legen, um abends einschlafen zu können, sogar wenn keine Handschellen mehr da waren. Dies war die Folge der anhaltenden Folterungen.

Eines Tages im April 2008 trug ich nicht die vorgeschriebene Gefängnisuniform und auch die Praktizierende Lei Min hatte diese abgelegt. Die Wärterin Ma Shiyi brachte mich in einen anderen Raum. Einige Minuten später legte auch die Praktizierende Ba Lijiang die Uniform ab. Die Wärterin Ma befahl Isolierhaft für mich. Ich kam in eine kleine Einzelhaftzelle, wo mir Hände und Füße mit Handschellen an einen Metallring gebunden wurden. Der Metallring war im Boden verankert. Dadurch war es besonders schwierig, mich in diesem frostigen kalten Raum zu bewegen.

Eine Insassin brachte mir eine Schale Wassersuppe mit einem Dutzend Reiskörner und einen Teller mit einigen Bissen Kohl und einigen großen Stücken Salz. Am dritten Tag sagte ich zu ihr: „Ich möchte diese Suppe nicht mehr essen – das ist nur Wasser.“ Zwei Tage später verlor ich wegen des Hungers das Bewusstsein. Nachdem der Gefängnisarzt Shang Xiaomei mich zwangsernährt hatte, musste ich mehrmals erbrechen und verlor erneut das Bewusstsein. Als ich wieder zu mir kam, war ich in Schweiß gebadet. 23 Tage später wurde ich aus dieser kleinen Zelle entlassen und konnte nach Hause gehen.

  • Veröffentlicht am:
  • 16.02.2014

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