“The Slaughter”: Enthüllungsbuch über Chinas Organraub in Tschechien veröffentlicht

28. Januar 2016

Am 8. Januar 2016 traf der amerikanische Enthüllungsjournalist und Autor Ethan Gutmann in Tschechien ein. In einer einwöchigen Veranstaltungsreihe stellte er die tschechische Ausgabe seines Buches The Slaughter vor. Darin beschreibt er den Massenmord an chinesischen Glaubensgefangenen durch das chinesische Regime, denen bei lebendigem Leib die Organe geraubt werden.

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Ethan Gutmann mit seinem Buch ‚The Slaughter‘, das in Tschechien veröffentlicht wurde.

Die tschechische Ausgabe des Buches wurde im November 2015 veröffentlicht. Es ist die zweite Übersetzung nach der deutschen Ausgabe, die im Mai 2015 in Berlin vorgestellt wurde.

Während der Veranstaltungen im Januar diesen Jahres präsentierte Gutmann seine Untersuchungsergebnisse an zwei tschechischen Universitäten, im Parlament vor dem Unterausschuss für Menschenrechte und bei mehreren anderen Besprechungen.

Senator Patrik Kuncar sagte nach einem Vortrag Gutmanns: „Der Organraub an politischen Häftlingen ist etwas so Unvorstellbares! Es ist wichtig, dass die Öffentlichkeit darüber informiert wird, damit diese Verbrechen so schnell wie möglich verhindert werden. Dies ist grundsätzlich eine Parallele zu dem, was in unserem Land während des Kommunismus vorgefallen ist. Es zeigt, dass jeder Fall von einem totalitären System stammt, das bösartig ist und seine Gegner auf die grausamste Art und Weise beseitigt. Und wenn sie damit Geld verdienen können, dann werden sie das tun.“

Jahre gründlicher Nachforschungen führten zu den Ergebnissen

Gutmann arbeitete im Jahr 1999 in Peking, als die Verfolgung von Falun Gong begann. Er erkannte schnell, dass Falun Gong das wichtigste Thema für die Kommunistische Partei China geworden war. Als er in den vergangenen Jahren bemerkte, wie schlecht und missverstanden über Falun Gong und die Verfolgung im Westen berichtet wurde und wie unausgewogen westliche Gelehrte in ihren Büchern über dieses Thema schrieben, begab er sich auf den Weg, um selbst Ermittlungen anzustellen und sein eigenes Buch darüber zu schreiben. Jahre gründlicher Nachforschungen führten schließlich zur Veröffentlichung des Buches The Slaughter.

Gutmann hatte ursprünglich geplant, über den Konflikt zwischen Falun Gong und der Kommunistischen Partei Chinas zu schreiben. Doch nachdem er viele Zeugen für sein Buch interviewt hatte, erkannte er, dass der Organraub in China tatsächlich stattfindet und dass die größte Gruppe der Opfer Falun Gong-Praktizierende sind.

Das Problem der ärztlichen Schweigepflicht

Gutmann sagte am 12. Januar vor dem Ausschuss für Menschenrechte: „Ich bitte nur darum, dass Sie den Schutz der ärztlichen Schweigepflicht aufheben, sodass wir wenigstens ein Gefühl dafür bekommen können, wie viele Tschechen nach China gehen [für eine Transplantation]. Und wenn tschechische Bürger nach China gehen, dann können Sie darüber nachdenken, den Organtourismus nach China zu verbieten.“

Das Problem der ärztlichen Schweigepflicht behindert nicht nur Gutmann sondern auch andere, die zum Thema Organraub in China ermitteln. „Das sind solche Dinge, die uns ständig in die Quere kommen“, sagte Herr Gutmann. „In einzelnen Ländern, in Parlamenten, fragen sie uns immer wieder: ‚Wie viele unserer Leute reisen nach China für ihre Organe?‘ Die Antwort ist, dass wir es nicht wissen, und der Grund dafür ist die ärztliche Schweigepflicht.“

Einen Tag, bevor Herr Gutmann an der 2. Medizinfakultät der Charles Universität sprach, sagte einer der anwesenden Ärzte, ein Mitglied der Transplantationsvereinigung, dass zwei seiner Patienten (beide aus Vietnam) nach China gereist seien. Dort hätten sie eine Nierentransplantation erhalten. Dies legt nahe, dass der Organtourismus nach China überall geschieht und nicht nur auf die reichen westlichen und asiatischen Länder begrenzt ist.

„Wir werden Wege erforschen, wie wir mit diesem Problem in Tschechien umgehen können“, sagte die Abgeordnete Marketa Adamova, Vorsitzende des Unterausschusses für Menschenrechte der Abgeordnetenkammer.

Falun Gong-Praktizierende machen die größte Organquelle aus

Gutmann erklärte, dass in China ein „Spender“ erst sterben müsse, damit jemand ein neues Organ, wie z. B. eine neue Niere, erhalten könne. Er schätzt, dass bis zu 75 Prozent der Häftlinge, die als Organquelle benutzt werden, Häftlinge aus Gewissensgründen sind, größtenteils Falun Gong-Praktizierende. „Diese Menschen werden von chinesischen Chirurgen auf dem Operationstisch getötet“, so Gutmann.

„Hier wurde eine moralische und ethische Line überschritten. Ärzte genießen als Mitglieder in der Gesellschaft auf der ganzen Welt das höchste Ansehen. Dass Massenmörder aus ihnen gemacht wurden, ist eine schreckliche Sache“, betonte Gutmann. Er hat zusammen mit anderen engagierten Ermittlern und Ärzten hart daran gearbeitet, einzelne Länder dazu zu bringen, sich des Problems anzunehmen und den Organtourismus nach China zu verbieten.

Clearharmony

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