Der Krieg kommt auf uns zu

Chi Haotian, Verteidigungsminister Chinas bis 2004
Die Neue Epoche 25.08.2005 22:51

„Der Krieg ist nicht weit von uns, er ist die Geburtshilfe des Chinesischen Jahrhunderts“
Das Folgende ist die Mitschrift einer Rede, die Chi Haotian zugeschrieben wird, seines Zeichens ehemaliger Verteidigungsminister Chinas und stellvertretender Vorsitzender von Chinas Zentraler Militär-Kommission. Die Autorenschaft der Rede ist nicht eindeutig zu klären. Sie scheint aber die Strategie der KPC für die weitere Entwicklung Chinas wiederzugeben.

In der hier veröffentlichten Rede wird die offiziell von der KP China vertretene Richtung der Politik der friedlichen und rein wirtschaftlichen Entwicklung als pure Parole bezeichnet und auf die eigentliche Marschrichtung verwiesen: Krieg als legitimes Mittel einzusetzen, damit das „legitime“ Ziel der Weltvorherrschaft erreicht werden kann.
Chi Haotien, Vizevorsitzender der Zentralen Militärkommission und Verteidigungsminister Chinas bis 2004 (Foto: AP)
Vor der Zeit der Machtübernahme Hitlers stand allen durch die Lektüre seines Buches „Mein Kampf“ die Möglichkeit offen, sich auf die auf sie zurollende Tragödie einzustellen und sie hatten die Chance, etwas dagegen zu unternehmen. In der gleichen Weise sehen wir in den Chi Haotian zugeschriebenen Reden die Vorankündigung dessen, was auf China und die Welt zukommt, wenn die KPC an der Macht bleibt. So sehen wir es als unsere Verpflichtung an, diese Rede ungekürzt zu veröffentlichen als Warnung für die ganze Welt, den Äußerungen der KPC-Diplomatie mit äußerster Vorsicht zu begegnen.

Die Rede führt Argumente an für die Notwendigkeit Chinas, einen Krieg mit Einsatz biologischer Waffen zu führen, um die Vereinigten Staaten zu entvölkern und sie für eine zukünftige massive chinesische Kolonialisierung vorzubereiten. Die Rede wurde im Januar 2003 unter dem Titel „Eine aktuelle Rede eines hochrangigen Beamten der Volksbefreiungsarmee“ auf Webseiten wie http://www.mwjx.com veröffentlicht. Am 11. Oktober 2003 wurde sie erneut unter dem Titel „Der Krieg kommt auf uns zu – Chi Haotian“ auf Webseiten wie http://www.chinaren.com veröffentlicht. Die beiden Webseiten sind Nachrichtenseiten, deren Server sich innerhalb Chinas befinden und die in China ohne Zensur besucht werden können. Wir berichteten in unserer letzten Print-Ausgabe über diese Rede und über die ihm ebenfalls zugeschriebene Folgerede „Der Krieg ist nicht weit; er ist der Geburtshelfer für das chinesische Jahrhundert, die im Januar 2005 auf der Webseite „http://www.boxun.com/“ veröffentlicht wurde.

Wir brachten auszugsweise Zitate aus beiden Reden und verglichen seine Aussagen mit der Nazi-Ideologie Hitlerdeutschlands. Chi bezieht sich in der Folgerede explizit auf das Deutschland unter Hitler.

Gesamttext der ersten Rede:

Werte Genossen,

Den Titel dieses Artikels schrieb ich schweren Herzens nieder, denn der Prozess der Modernisierung Chinas wurde ständig durch Angriffe und Invasionen von ausländischen Mächten behindert. Das typischste Beispiel ist das sogenannte „Goldene Jahrzehnt“ zwischen 1927 und 1937. Aus heutiger Sicht war dieses Jahrzehnt alles andere als golden. Während dieser Zeit, also am 18. September 1931, fiel Chinas Nordostgebiet in feindliche Hand. Die Marionetten-Regierung der östlichen Hebei Provinz wurde ebenfalls während dieser Zeit gegründet. Im Vergleich verlief die wirtschaftliche Entwicklung jedoch recht schnell. Die Entwicklung der Infrastruktur machte nicht wenige Fortschritte und die Ausrüstung der Armee wurde gleichfalls verbessert. China fing an, ein kleines bisschen Hoffnung zu bekommen. Aber das war etwas was die Japaner nicht tolerieren konnten. Sie gaben sich nicht mit der Besetzung der drei nordöstlichen Provinzen zufrieden. Sie verschwendeten keine Zeit und begannen eine umfassende Invasion von China. China musste den Krieg acht Jahre lang unter größter Vorsicht und Angst auf verbrannter Erde führen.

Zwar gewann China den Krieg (1937 – 1945), aber es verlor die äußere Mongolei und war schwer angeschlagen. Der Verlust betrug mehr als 600 Milliarden US Dollar. Nach acht Jahren Krieg war das bereits verarmte und schwache China in schlechterer wirtschaftlicher Verfassung als je zuvor. Mit anderen Worten: Japans Invasion, besonders sein allumfassender Krieg in China verlangsamte die Modernisierung Chinas enorm.

China die Entwicklung zu verwehren und sein Fortschreiten in Richtung Modernisierung zu verhindern, war schon immer die unveränderte Nationalpolitik der Großmächte, vor allem Japans, gewesen. Wir haben diesbezüglich die schmerzhaftesten geschichtlichen Erfahrungen gemacht. Zwar gibt es zwischen zwei Ländern eine Art Zusammenarbeit, aber die Grundlegende Basis der Beziehung zweier Länder bleibt Wettkampf, Konfrontation, und zeitweise extreme Konfrontation – Kriege. Zusammenarbeit ist nur vorübergehend, und bedingt, während Wettkampf und Konflikte endgültig bleiben. Sie sind das wahre Thema der Geschichte. Das ist der Grund, warum die sogenannte Parole von Frieden und Entwicklung von der heutzutage gesprochen wird völlig inkorrekt ist (bestenfalls ist sie einfach eine zweckmäßige und vorläufige Maßnahme). Für die Theorie der friedlichen Entwicklung gibt es weder handfeste Beweise, die sie stützen könnten, noch stimmt sie mit irgendwelchen sachlichen geschichtlichen Erfahrungen überein. Wobei man sich klar machen muss, dass China und Japan sowohl geographisch als auch geschichtlich schon immer Erzfeinde waren. Und die Spaltung zwischen China und der Sowjetunion in den 60er Jahren zeigte, dass jedes Land die Verfolgung seiner eigenen nationalen Interessen als einzigen Maßstab für seine Handlung nimmt. Keines der Länder lässt auch nur ein bisschen Platz für die Moral. In der Vergangenheit teilten sich China und die Sowjetunion die gleiche Ideologie, sahen sich den gleichen Feinden gegenüber, und Chinas niedrige technologische und wissenschaftliche Niveau reichte längst nicht aus, um eine Bedrohung für die Sowjetunion darzustellen. Nichts desto Trotz spalteten sich China und die Sowjetunion voneinander ab und führten einen massiven Kampf gegeneinander. Es gibt wahrscheinlich eine Reihe von Gründen, die dazu geführt haben. Aber der Grundlegendste für die Sowjetunion war dabei, dass sie kein immer weiter wachsendes, mächtiger werdendes China neben sich haben wollte. Und das, obwohl China eben erst anfing zu wachsen und eine lange Zeit gebraucht hätte um diesen Zustand zu erreichen, konnte es die Sowjetunion dennoch nicht tolerieren.

Wenn es für China und die Sowjetunion – ein starkes und ein schwaches Land, die sich gleiche Ideologie und gleiche Feinde teilten – möglich war, sich zu spalten, dann ist es mehr als offensichtlich, dass die ständige Bejubelung der Parole „Frieden und Entwicklung sind heutzutage der Hauptfokus“, nachdem Chinas politische-, militärische- und Handelsstrategie ausgelegt ist, eine reine Halluzination darstellen. Diese Theorie ist zerbrechlich und gefährlich.

Meiner Überzeugung nach stellen Frieden und Entwicklung als heutige Schwerpunkte eine vollkommen falsche, einseitige und schädliche Theorie dar, die die Massen aus folgenden Gründen betäubt:

Erstens: der Angriff auf Chinas Modernisierung ist immer eine Nationalpolitik der Großmächte gewesen.

Wir können eine historische Regel aus den Erfahrungen und Lehren ableiten, die Chinas moderner Geschichte und der 50jährigen Geschichte der Volksrepublik Chinas zugrunde liegen: der Angriff auf Chinas Modernisierung (einschließlich einer umfassenden Kriegsführung) ist immer eine Nationalpolitik der Großmächte gewesen. In den letzten 160 Jahren ist es so gewesen und so wird es auch in den nächsten 160 Jahren bleiben.

Zweitens: Entwicklung bringt auch Gefahr und Bedrohung mit sich; ohne das „Recht auf Krieg“ gibt es kein Recht auf Entwicklung.

Entwicklung bringt Gefahr und Bedrohung mit sich, was sich als allgemeine Regel in der gesamten Weltgeschichte herausgestellt hat. Es gab in der chinesischen Geschichte nur wenige Ausnahmen. Zum Beispiel konnte die Han-Dynastie (206 v. Chr. – 220 n. Chr.) anfangen, sich „hinter verschlossener Tür“ zu entwickeln, nachdem sie alle anderen Konkurrenten innerhalb der geographischen Grenzen in dieser Zeit besiegt hatte. Dann entwickelte sie die Ideologie der „Weltharmonie.“ Da vermieden wurde, das gemeine Volk, das Militär, die Wirtschaft oder die Kultur mit einzubeziehen, gab es keine Konkurrenten und keine der anderen Rassen konnte mit der Han-Rasse konkurrieren, auch hat niemand das Potential dazu gehabt.

Zur Zeit der Streitenden Reiche (403 – 222 v. Chr.) in der alten chinesischen Geschichte bedeutete die Entwicklung eines Landes eine Bedrohung für ein anderes Land und das war die allgemeingültige Regel. Sie ist auch Kern und Basis der westlichen Diplomatie, deren Vater der französische Kardinal Richelieu war, der als erster auf dem Feld der westlichen Diplomatie aus der mittelalterlichen „Ignoranz“ heraustrat. Er führte das Prinzip der modernen Diplomatie ein, die vollkommen auf nationale Interessen ausgerichtet ist und alle moralischen und religiösen Einschränkungen aufhebt. Von der von ihm eingeführten Politik der Diplomatie hat Frankreich mehr als 200 Jahre lang profitiert und erlangte dadurch eine Vormachtstellung in Europa. Richelieu plante den 30jährigen Krieg, der Deutschland so viel Leid brachte und dazu führte, dass es in kleine feudale Regionen aufgeteilt wurde. Dieses Chaos änderte sich erst, als Bismarck Deutschland wieder vereinte. Dieser Prozess verdeutlicht die oben erwähnte Regel, weil es ohne Bismarcks „Recht auf Krieg“ keine nationale Wiedervereinigung gegeben hätte, ganz zu schweigen vom Recht auf Entwicklung.

Drittens: Modernisierung unterm Schwert: Chinas einzige Wahl

Die Idee einer „chinesischen Bedrohung“ ist völlig richtig, und das ist ein typisch westlicher Gedanke. Der typisch chinesische Gedanke „ Ich schließe meine Tür um meine eigene Wirtschaft zu entwickeln, stört das jemanden?“ ist nicht gerade unklug, stimmt aber auch nicht mit der „internationalen Gepflogenheit“ überein. Im Zeitalter der Streitenden Reiche gab es auf dem harten Feld der nationalen Interessen keinen Raum für Freundlichkeit und Nachgiebigkeit – wer auch nur die kleinste Illusion hatte, wurde von der Geschichte grausam bestraft. Chinas Entwicklung ist sicherlich eine Bedrohung für Länder wie Japan. China selbst sieht das vielleicht nicht so, aber es ist ihm auch unmöglich diese tiefsitzende, international verbreitete Sichtweise der Großmächte einschließlich Japans zu verändern. Daher sollte und muss der Kernpunkt unserer Überlegungen sein: „Die Entwicklung Chinas ist eine Bedrohung für Länder wie Japan.“

Mit „Recht“ ist gemeint, dass jede Nation und jedes Volk ihr Recht auf Leben und auf Entwicklung haben sollte. So muss zum Beispiel China für seine wirtschaftliche Entwicklung Öl und Rohstoffe wie Holz importieren um seine Umwelt vor Abholzung zu schützen. Dies ist sehr vernünftig. Aber die Großmächte haben ihre eigenen „Gründe“: ein Land wie China wird im Jahr 2010 100 Millionen Tonnen Öl und im Jahr 2020 200 Millionen Tonnen Öl verbrauchen müssen. Werden diese Großmächte das tolerieren?

Der Grund für die meisten Kriege der Geschichte war der Kampf um lebenswichtige Ressourcen (einschließlich Land und Meere). Der Gegenstand des Konflikts wird sich im derzeitigen Informationszeitalter ändern, aber im Grunde wird es das gleiche bleiben. Entwickelte, fortschrittliche Zivilisationen wie Israel kämpfen seit über 50 Jahren mit den Palästinensern um unwichtige Landstriche (einschließlich des Kampfs um Wasserquellen).

Um für unser begründetes Recht auf Entwicklung zu kämpfen (außer wenn sich die Chinesen mit der derzeitigen Armut zufrieden geben und bereit sind ihr Recht auf Entwicklung aufzugeben), muss sich China auf Krieg vorbereiten. Dies wird weder von uns noch vom guten Willen der gütigen Menschen unter uns entschieden, sondern von der „internationalen Gepflogenheit“ und den Großmächten auf der ganzen Welt.

Die 20 Jahre dauernde Politik der friedlichen Entwicklung Chinas hat ihr Ende erreicht. Die internationale Umgebung hat sich vom Wesen her verändert: die Großmächte wollen den Modernisierungsprozess Chinas nochmals unterbrechen. Wenn China sich entwickeln will, wenn es sein Entwicklungsrecht behalten will, muss es sich auf den Krieg vorbereiten. Nur dadurch, dass sich China auf Krieg vorbereitet, kann es Raum und Zeit für seine zukünftige Entwicklung gewinnen.

20 Jahre der Entwicklung in pastoralem Stil haben ihr Ende erreicht. Das nächste Programm sollte und muss die „Modernisierung unterm Schwert“ sein.

Viertens: Die Diplomatie bestimmt die inneren Angelegenheiten.

Zur Zeit würden nicht einmal die härtesten Falken unter den Falken in China unbedingt einen Krieg befürworten, obwohl wir genug Gründe dafür hätten; wie zum Beispiel die Vereinigung des Landes und die Wahrung der Rechte in der Südchinesischen See. Das Gleiche gilt für das Recht auf Entwicklung, das extrem geschätzt wird, weil es den Chinesen in den letzten 160 Jahren nur selten zuteil wurde. Wenn aber dieses Recht auf Entwicklung immer mehr bedroht wird, ist es für uns Zeit, zu den Waffen zu greifen um dieses Recht der Chinesen zu schützen.

Es stimmt, dass innere Angelegenheiten die Diplomatie bestimmen, aber vergesst nicht, dass in dieser Periode der sich bekriegenden Länder die Diplomatie auch schon die inneren Angelegenheiten bestimmt. Dies ist nicht nur ein theoretischer Blickwinkel, sondern war auch eine historische Erfahrung der Volksrepublik China. In den 70er Jahren überstiegen Chinas Verteidigungsausgaben die Summe der Ausgaben für Wissenschaft, Bildung, Kultur und Gesundheit (was dazu führte, dass das chinesische Volk in Armut leben musste). Ich will heute sicherlich nicht wieder das gleiche. Was wir tatsächlich am meisten brauchen sind Investitionen in die Bildung. Aber würden die Weltmächte das erlauben? Wünschen wir uns etwa nicht, mehr in Wissenschaft, Bildung, Kultur und Gesundheit zu investieren?

Manche haben gesagt, dass aus den entschlüsselten sowjetischen Dokumenten zu erkennen war, dass die Sowjetunion keine umfassenden Pläne für eine Invasion in China hatte. Selbst wenn diese Dokumente wahr sind, muss das nicht das wahre Gesicht der Geschichte sein. Ein Schachspiel basiert auf gegenseitiger Wechselwirkung. Wenn sich China nicht unter der Führung von Mao Tse-tung geistig und materiell ausreichend vorbereitet und somit das Risiko und die Kosten für die Sowjetunion für den Fall einer Invasion in China enorm erhöht hätte, wäre die Geschichte anders verlaufen. Die schwache Figur kann nur Angreifer auf sich ziehen. Diejenigen, die das so sehen, sind die wahren Verteidiger des Friedens.

Fünftens: Das Böse als Ergebnis des Bettelns um Gutherzigkeit: gibt es in den nächsten 10 Jahren Frieden in China?

Um den Fortschritt der Modernisierung in China aufzuhalten und den Chinesen das Recht auf Entwicklung zu nehmen, haben die Weltmächte viele Karten in der Hand. Die drei offensichtlichsten Karten sind die „drei Inseln“ mit Taiwan als der wirksamsten. Falls in der Taiwan-Straße Krieg ausbräche, wäre die Entscheidungsgewalt nicht in unseren Händen, auch nicht in denen derer, die die Unabhängigkeit fordern, sondern in den Händen der USA und Japans. Falls ein solcher Krieg ausbräche, wäre es nicht nur ein Krieg zur Vereinigung, da der tiefere Zusammenhang darin besteht, dass die USA und Japan entschlossen sind, China sein Recht auf Entwicklung zu nehmen. Dies würde wieder einmal den Modernisierungsprozess in China aufhalten. So wie im Chinesisch-Japanischen Krieg von 1894-1895, als Japan in China einmarschierte und nicht nur Territorien und Reparationen forderte, sondern auch die Modernisierung Chinas aufhielt und den Chinesen ihr Entwicklungsrecht nahm.

Deshalb müssen wir den Krieg in der Taiwan-Straße auf der Ebene einer strategisch entscheidenden Schlacht betrachten. Aber auf Grundlage unserer derzeitigen militärischen Kraft ist es unmöglich, aus Sicht der USA oder Japans über diesen Aspekt zu reden, denn China hat nur wenige Interkontinentalraketen, während die USA entschlossen sind, die National Missile Defense (NMD) zu entwickeln.

Um eine Verzögerung des Kriegsausbruchs in der Taiwan-Straße zu verhindern, muss dieser Krieg zunächst auf die Ebene einer „symmetrisch strategischen Entscheidungsschlacht“ gehoben werden, wobei die Formel „toter Fisch, kaputtes Netz“ verwendet wird. Falls wir den Krieg in der Taiwan-Straße verlören, wären die Folgen schlimmer als die des Chinesisch-Japanischen Krieges 1894. Deswegen darf es entweder keinen Krieg geben, oder wir müssen Japan vollständig vernichten und die USA zum Krüppel machen, und dies kann nur durch einen Atomkrieg erzielt werden.

Das Böse als Ergebnis des Bettelns um Güte – das würde das Ende unserer aktuellen Politik signalisieren. Güte durch das Verlangen nach dem Bösen – nur durch die Macht, die in der Lage ist, Japan auszulöschen und die USA zu verkrüppeln, können wir Frieden bekommen; sonst kann das Taiwan-Problem nicht mehr als 10 Jahre hinausgeschoben werden, und es wird in den nächsten zehn Jahren Krieg geben!

Sechstens: Vorherrschaft ist das bezeichnende Charakteristikum für die Existenz einer Weltmacht

Was ist eine Weltmacht? Eine Nation, die Vorherrschaft ausübt, ist eine Weltmacht! Ohne Weltmacht würde man beliebig von anderen getötet, und das eigene Schicksal (einschließlich des Rechts auf Entwicklung) würde von anderen beherrscht werden, so wie eine Marionette beherrscht wird. Die Vorherrschaft in dieser Zeit der sich bekriegenden Länder ist eine objektive Tatsache; sie „kann nicht vom menschlichen Willen umgeleitet werden“. Die Frage ist, ob man sie erkennt oder nicht; ob sie aktiv verfolgt wird oder ein passiver Akt ist. Alle Probleme Chinas einschließlich der Frage der drei Inseln, der Frage der Entwicklung der strategischen Industrie, der Wohlstands-Umverteilung unter den verschiedenen sozialen Klassen – sind letztendlich alles Fragen, die den Kampf um die chinesische Vorherrschaft betreffen.

Wenn wir eine Vormachtstellung erreichen wollen, können wir uns ständige innere Kämpfe nicht leisten; wir brauchen innere Stabilität und Einheit. England z.B. hat es vor langer Zeit geschafft, die arbeitende Bevölkerung in den Adelsstand zu erheben, weil es in hohem Maße von seinen Kolonien in Übersee profitierte. Die hohen Entschädigungen die Japan aus China herausholte, kamen nicht nur den oberen Schichten Japans zugute, sondern nutzten auch den sozial weniger privilegierten Schichten sehr viel. Die Zeiten haben sich geändert, und die Lage jedes Landes ist heute auch anders geworden, aber der Grundsatz ist der gleiche. Wir sollten nicht nur militärische Fragen und Fragen der Diplomatie vom Standpunkt des Hegemonialstrebens aus anschauen, insbesondere die interne Struktur, und das Problem der Angleichung von Klasseninteressen sollten ebenfalls vom Blickwinkel der Hegemonie aus betrachtet werden. Diejenigen aus der Oberschicht, die die sozial schwächeren Leute unseres Landes ausquetschen und ausbeuten, können nicht die nationalen Interessen in dieser Ära der sich bekriegenden Länder repräsentieren. Sie sind dekadent und degeneriert und sollten in ihrem Einfluss beschränkt und vernichtet werden. Nur die Reifen und Weisen aus der Oberschicht können die nationale Interessen vertreten, die „Politik der Zugeständnisse“ in inneren Angelegenheiten ausführen und die Leute der unteren Schichten anleiten, um Profite aus Übersee zu erlangen (dieses Problem ist sehr komplex und wird später im Detail diskutiert. China hat enorme Möglichkeiten, Profite aus Überseeländern herauszuholen; nur wir haben sie noch nicht aktiv ausgeschöpft.)

Das Original im Chinesischen: http://epochtimes.com/gb/5/8/1/n1003911.htm

Die chinesische Machtwirtschaft

Das ist eine traurige Geschichte
ci
Die Neue Epoche 10.09.2006 21:51


Die Cliquenwirtschaft der Kommunistischen Partei hat den wirtschaftlichen Kreislauf zerstört. Die Zirkulation ist bereits in einen solchen Zustand geraten, dass Arbeiter, Bauern, Maurer und Zimmermann, d.h. die normalen Wirtschaftsteilnehmer weder konsumieren noch investieren können. (Foto: Guang Niu/Getty Images)

Die Kommunistische Partei Chinas (KPC) hat die Wirtschaft der VR China immer eine China-spezielle sozialistische Marktwirtschaft genannt. In den letzten Jahren hat sie diese sogar direkt als „Marktwirtschaft“ bezeichnet. Aber wie sieht der wahre Zustand der Wirtschaft in der VR China aus unter der Diktatur der KPC?

Es ist sehr deutlich: Die Wirtschaft im chinesischen Kommunismus ist keine „Marktwirtschaft“, sondern eine„Macht- oder Cliquenwirtschaft“. Wer Macht hat, wird die Wirtschaft leiten, die Machtposition im Markt besitzen und die unterschiedlichen Gesetze ausnutzen, um selbst zu profitieren. Er bedient sich ungeniert sogar öffentlich illegaler Methoden, wendet auch Gewalt an, nur um zu profitieren. Zwar behaupteten die unterschiedlichen Beamten aus oberen oder unteren Hierarchien, die Wirtschaft weiter zu entwickeln, jedoch erschufen sie für die Wirtschaft keinen neuen Reichtum, sondern sie kämpften nur gegeneinander um mehr Macht. Denn durch Macht besitzen sie wirtschaftliche Vorteile. Wer die Macht hat, besitzt auch die Wirtschaft.
Machtwirtschaft ist eine Art wirtschaftlicher Form, die sich von allen anderen wirtschaftlichen Formen unterscheidet, zum Beispiel von der feudalistischen Bauernwirtschaft, der kapitalistischen Marktwirtschaft und der sozialistischen Planwirtschaft. In Wirklichkeit wurde in Russland die sozialistische Planwirtschaft beendet als die Sowjetunion aufgeteilt wurde. Die chinesische KP hat etwa seit dieser Zeit langsam angefangen, sich zur Machtwirtschaft zu entwickeln.

„Hohes Wachstum“ oder „umfangreiches Ergaunern“?

Die chinesische Wirtschaft im Kommunismus erfährt alljährlich ein hohes Wachstum. Ist es wirklich Wachstum? Oder ist es doch betrügerisches Zusammenraffen? Ein einfaches Beispiel: Es gibt 10.000 Personen, 100 davon sind Mitglieder der KPC, die anderen 9.900 sind die normalen Bürger. Jede dieser 10.000 Personen besitzt ein lebenslang angespartes Vermögen in Höhe von 10.000 Yuan. Ein Auto kostet jedoch 200.000 Yuan. Weil jeder nur 10.000 Yuan auf der Hand hat, kann niemand von ihnen ein Auto kaufen, deswegen gibt es auf der Straße keine Autos.
Danach wird etwas geändert.
Ein Teil des Reichtums der normalen chinesischen Bürger muss an die KP-Kader abgegeben werden. Jetzt hat jeder normale Bürger nur noch 9.000 Yuan auf der Hand. Die abgegebenen 9.900.000 Yuan werden auf zehn KP-Mitglieder aufgeteilt. Jede dieser zehn Personen besitzt jetzt 1.000.000 Yuan und kauft sich ein Auto. Jetzt fahren auf den bisher leeren Straßen 10 Autos. Oberflächlich betrachtet hat sich die Wirtschaft rapide entwickelt.
Aber die normalen Bürger haben 1.000 Yuan von ihren 10.000 Yuan verloren. Zunächst bemerken sie das nicht so sehr. Viele normale Bürger freuen sich über das Wachstum und träumen davon, in der Zukunft auch ein Auto zu besitzen.

Die Wirtschaft verspürt einen weiteren Boom

Danach wird wieder etwas geändert. Ein weiterer Teil des Reichtums der normalen Bürger wird an die chinesischen KP-Mitglieder abgegeben. Jetzt hat jeder normale Bürger nur noch 8.000 Yuan auf der hohen Kante. Die abgegebenen 9.900.000 Yuan werden auf weitere zehn KP-Mitglieder aufgeteilt. Nun gibt es weitere 10 Personen, von denen jeder 1.000.000 Yuan besitzt. Von diesen 10 Personen kauft sich auch jeder ein Auto. Jetzt fahren auf den Straßen bereits 20 Autos. Die normalen Bürger haben zwar nur noch 8.000 Yuan auf der Hand, aber sie bemerken das immer noch nicht so sehr. Oberflächlich betrachtet hat sich die Wirtschaft weiter entwickelt. Die Wirtschaft verspürt einen weiteren Boom.
Jahr für Jahr geht der Reichtum der normalen Bürger immer mehr verloren. Die Anzahl der begünstigten Mitglieder der KPC erhöht sich jährlich um 10 und somit die Anzahl der Autos. Das funktioniert vielleicht so lange bis die 9.900 normalen Bürger nur noch 4.000 Yuan auf der Hand haben.

Das ist eine traurige Geschichte

Wenn die 9.900 normalen Bürger jedoch nur noch 1.000 bis 2.000 Yuan auf der Hand haben, dann ist es gerade noch das Existenzminimum, sie können und werden nicht mehr Geld abgeben. Jedoch von den inzwischen 100 Mitgliedern der KP haben 10 bis 20 Personen ihre 1.000.000 Yuan noch nicht bekommen. Sie haben gesehen, dass vor ihnen 80 Personen die 1.000.000 Yuan einfach bekommen haben und sie noch nicht. Deswegen sind sie verärgert und ungeduldig. Voller Wut versuchen sie, den bereits am Existenzminimum lebenden normalen Bürgern die restlichen 1.000 bis 2.000 Yuan zu rauben. Das ist eine traurige Geschichte, die leider in China immer und immer wieder vorkommt. Die chinesische Wirtschaft ist überhaupt auf keinem Wachstumspfad, sondern der ganze Reichtum der Gesellschaft hat sich mehr und mehr bei wenigen Personen angesammelt.

Hat die chinesische Wirtschaft Zukunft?

Der heutige Zustand ist so: 90 Prozent des Reichtums wird auf 2 Prozent der Bürger aufgeteilt. Hat eine solche Struktur des sozialen Eigentums Zukunft? Wenn 90 Prozent des Blutes einer Person sich in 2 Prozent seines Körpers akkumuliert, wie wird die Kondition der Person sein?
Ein weiteres Beispiel: Es gibt drei Personen, einen Bauern, einen Maurer, einen Zimmermann. Jeder hat 100 Yuan zum Investieren, und 100 Yuan für den Konsum. Der Bauer hat 100 Yuan für Getreide bezahlt, der Maurer hat 100 Yuan für den Hausbau ausgegeben und der Zimmermann hat 100 Yuan zum Herstellen von Möbeln benutzt. Jetzt kauft der Bauer mit den 100 Yuan für Konsum das Haus, das der Maurer aufgebaut hat. Der Maurer kauft mit den 100 Yuan für Konsum die Möbel, die der Zimmermann produziert hat. Der Zimmermann kauft jetzt mit den 100 Yuan für Konsum das von dem Bauern angebaute Getreide. Am Ende sind die 100 Yuan wieder zu dem Bauern zurück geflossen. Die 100 Yuan haben sich nicht vermehrt, sondern einen Kreislauf geschaffen. Die drei Personen haben alle bekommen, was sie wollten, aber auch nichts darüber hinaus. Das ist natürlich nur ein sehr einfaches Beispiel.

Ein ständiger Geldstrom in die Taschen der KP-Kader

Aber die KP hat das geändert. Die 100 Yuan für Konsum vom Bauern, Maurer und Zimmermann, insgesamt 300 Yuan, wurden jetzt auf die KP-Mitglieder aufgeteilt. Jetzt haben der Bauer, der Maurer und der Zimmermann ihr Geld für den Konsum verloren. Sie haben kein Geld mehr, um einzukaufen. Der Maurer hat sein Haus aufgebaut, aber niemand kann das kaufen. Er hat nun auch kein Geld mehr um Möbel zu kaufen. Dem Zimmermann geht es genauso. Das ist genau das Phänomen, wie es sich vor ein paar Jahren bei der chinesischen Konjunktur zeigte.
Der Zustand ist jetzt noch schlimmer. Die KP-Mitglieder haben das Eigentum des Bauern, des Maurers und des Zimmermanns weiter ausgebeutet. Die 100 Yuan des Bauern, des Maurers und des Zimmermanns fürs Investieren sind jetzt auch noch in die Hände der KP gefallen. Der Bauer hat jetzt kein Geld mehr, Getreide anzubauen, der Maurer hat kein Geld mehr, ein Haus aufzubauen, und der Zimmermann hat kein Geld mehr, um Möbel zu produzieren. Dieser schlimme Kreislauf muss aufhören weil er sonst die Wirtschaft zerstört.
Die Cliquenwirtschaft hat den wirtschaftlichen Kreislauf zerstört
Ein Beispiel: Ein Kohlebergwerk ist in China potentiell sehr reich und könnte hohe Gewinne einfahren. Aber aufgrund der fehlenden Investitions- und Konsumgelder, können die benötigten Kohlen weder in ausreichender Menge und Qualität abgebaut, noch von dem Stromkraftwerk gekauft werden.

Die Cliquenwirtschaft hat den wirtschaftlichen Kreislauf zerstört.

Die Zirkulation ist bereits in einen solchen Zustand geraten, dass Bauer, Maurer und Zimmermann, d.h. die Wirtschaftsteilnehmer, kein Geld mehr investieren und auch nicht konsumieren können.
Lange Zeit konnte diese Struktur der Wirtschaft vor dem eigenen Volk und dem Westen verborgen werden. Aber nun kann man es nicht mehr länger übersehen oder verstecken, denn wenn der Sommer kommt, dann sitzt man am Abend im heißen Zimmer, ohne Klimaanlage, ohne Ventilator und ohne Licht.
Wenn ganze Städte, wie in diesem Sommer, dunkel sind, da sie keinen elektrischen Strom mehr haben, dann weiß jeder, dass der unerbittliche Zerfall der chinesischen Wirtschaft schon angefangen hat.

Geschäfte mit China und Menschenrechte

Über Tücken und mangelnde Rechtsmöglichkeiten für ausländische Unternehmer
Man-Yan Ng
Die Neue Epoche 21.12.2005 23:43

Man-Yan Ng, Leiter für Vertrieb und Marketing bei einem multinationalen Technologie-Unternehmen. (Foto: Epoch Times)

Die folgende Rede hielt Man-Yan Ng, Leiter für Vertrieb und Marketing bei einem multinationalen Technologie-Unternehmen, in Stockholm /Schweden am 13. Juni 2005. Das Thema des Seminars lautete: „Kommunismus und Menschenrechte in China.“

  • Zu den Organisatoren gehörten die „Demokratische Allianz der Auslandschinesen“, „The Epoch Times“, das „Unabhängige Chinesische PEN-Zentrum“, und die „Internationale Gesellschaft für Menschenrechte, IGFM“.
  • Warum reden wir über diese beiden Dinge – über Geschäfte und über Menschenrechte in China? Die meisten Geschäftsleute denken nicht über Menschenrechte nach, aber es wird Zeit, darüber nachzudenken. Es ist eigentlich ganz einfach, weil das, was zur Zeit in China geschieht, eine gewaltige Herausforderung für die demokratische freie Welt ist. Warum? Weil China heute die am schnellsten wachsende Wirtschaft in der Welt hat. Gleichzeitig ist China das Land mit den schlimmsten Menschenrechtsverletzungen. Nie zuvor in der Menschheitsgeschichte ist einer kommunistischen Diktatur ein Wirtschaftswachstum über eine Dauer von mehr als zwanzig Jahre gelungen. Die Tatsache, dass in China die Menschenrechte verletzt werden, ist nichts Neues. Dies hat einen großen Einfluss auf unsere Zukunft und ist eine Herausforderung für uns.

    Die chinesische Wirtschaft ist gewachsen. In den letzten 20 Jahren hatte China eine BIP-Rate zwischen 6 und 10 Prozent. Trotz dieses fantastischen Wachstums beträgt das Bruttoinlandsprodukt Chinas immer noch nur ein Achtel von dem der Amerikaner, das Doppelte der Inder und ein Drittel von dem der Japaner. In Pro-Kopf-BIP ausgedrückt, bedeutet das: ein Amerikaner erwirtschaftet durchschnittlich das 35-fache eines Chinesen. Allerdings wird die gewaltige Kluft, die seit 20 Jahren besteht, geringer.

    Bedauerlicherweise führen sie mit all dem neu erworbenen Glück ihre Menschenrechtsverletzungen noch effizienter durch als zuvor. Mit dem Geld, das die hart arbeitende chinesische Bevölkerung erwirtschaftet hat, können sie jetzt mit High-Tech-Werkzeugen arbeiten, die Verletzungen der Menschenrechte werden so noch raffinierter. Es werden nicht weniger.

    Vielleicht sagt manch einer: „Ach, sie sind von Propaganda beeinflusst worden. Vielleicht ist es gar nicht so?“

    Niemand macht so gut Propaganda wie die KP Chinas (KPC). Sie mögen behaupten, dass Menschen, die diese Partei nicht mögen, Propaganda machen, aber ich kann ihnen dazu eine persönliche Geschichte erzählen. Ich arbeite als Leiter für Vertrieb und Marketing bei einer multinationalen Technologie-Gruppe. Es gehörte zu meiner normalen Arbeit, dass ich geschäftlich nach China reiste. Jetzt kann ich das nicht mehr.

    Ich hatte schon vorher lange Zeit Geschäfte mit China gemacht. Wenn ich kam – als ein westlicher Experte für Technologien, als ein Geschäftsmann, ein Manager, als was auch immer, war ich sehr willkommen. Sie versuchten mir mit mancherlei Tricks zu schmeicheln. Viele „Geschäfts“-Partner, die ich traf, waren in Wirklichkeit Parteikader. Möglicherweise arbeiteten sie sogar für den Staatssicherheitsdienst und für die so genannte „vereinigte Fassaden-Behörde“, das Amt der chinesischen Regierung, das die Aufgabe hat, Menschen die aus dem Ausland kommen, zu schmeicheln, weil sie ihnen eines Tages nützen könnten. Ich verstand etwas von Hightech-Technologie, ich hatte einige Erfahrungen im internationalen Geschäft, und vielleicht könnte ich ihnen sogar helfen, mit meinem Unternehmen noch bessere Geschäfte zu machen. Ich war sehr willkommen. Überall waren rote Teppiche, Limousinen und was nicht alles.

    Dann, etwa vor sechs oder sieben Jahren, begann ich mich für Menschenrechte zu interessieren, weil ich Zeuge von zu vielen Menschenrechtsverletzungen geworden war, insbesondere in China. Ich sprach bei Menschenrechtskonferenzen der Vereinten Nationen, im Europäischen Parlament usw.

    Meine letzte Geschäftsreise nach China war, glaube ich, im Jahr 2002. Nachts um viertel nach zwölf rief jemand in meinem Hotelzimmer in Peking an. Um es kurz zu machen, drei Männer des chinesischen Staatssicherheitsdienstes wollten mich sprechen. Sie redeten ziemlich lange, und kurz zusammengefasst warfen sie mir vor: „Sie machen eine Menge anti-chinesischer Aktivitäten.“

    Damit meinten sie meine Menschenrechtsaktivitäten. Sie sprachen zu mir wie die Mafia: „Wenn sie nicht damit aufhören, werden wir ihr Geschäft ruinieren. Sie werden Schwierigkeiten haben ohne Ende.“ Dann setzten sie ein Lächeln auf: „Andererseits, wenn sie sich kooperativ verhalten, können wir ihnen versichern, dass sie jedes Projekt in China bekommen können.“

    Das stammt nicht von irgendeiner Propaganda. Das ist meine persönliche Erfahrung. Manche mögen denken: „Ich bin Geschäftsmann. Was kümmern mich Menschenrechte? Ich will nur Geld verdienen, sonst nichts.“

    Gute Geschäftsleute sollten langfristig denken. Sie wollen gute und tragfähige Geschäfte mit langfristiger Stabilität machen. Heute unterzeichnen sie einen Vertrag, Sie treten vielleicht in ein Geschäftsverhältnis mit einem chinesischen Partner für zehn Jahre ein. Deshalb würden sie gerne wissen, ob ihr chinesisches Geschäft tragfähig ist. Welche Faktoren können in gewisser Weise die Tragfähigkeit von Geschäften unterstützen oder sogar garantieren? Diese universellen Dinge sind nicht China-spezifisch. Für ein tragfähiges Geschäft sind zumindest zwei Faktoren sehr wichtig.

    Das eine ist ein funktionierendes Rechtssystem. Doch das chinesische Rechtssystem ist ein Witz. Ein chinesisches Gericht ist kein Gericht. Das Raoul Wallenberg-Institut in Schweden und Deutschlands Bundeskanzler Schröder haben Millionen von Steuergeldern ausgegeben, um den Aufbau des chinesischen Rechtssystems zu fördern, damit alle chinesischen Richter jetzt sehr nett gekleidet sind. Sie sehen immer mehr wie Richter aus. Die Gerichtssäle werden neu angestrichen, neue Gesetze werden geschrieben, und neue Gesetzesbücher werden gedruckt. Doch ein wesentliches Problem bleibt ungelöst.

    Fragen sie doch mal, ob das chinesische Gericht von der Partei unabhängig ist?

    Wenn ein chinesischer Beamter ihnen das Rechtssystem erklärt, dann wird er ihnen zeigen, dass sie örtliche Gerichte, ein hohes Gericht der Provinz, einen obersten Gerichtshof haben; das Gesetz haben und so weiter. Aber sie werden ihnen nicht sagen, dass die chinesische kommunistische Partei an der Spitze dieses Systems steht! Ein einzelner Anruf von einem Partei-Chef kann über den Inhalt eines Urteils in einem Gericht entscheiden, und kein Richter kommt daran vorbei.

    Wie können sie Geschäfte machen und sich in einem Land sicher fühlen, das kein funktionierendes Rechtssystem hat?

    Auch wenn sie ein funktionierendes Rechtssystem haben, brauchen sie noch einen anderen sehr wichtigen Bestandteil für die Tragfähigkeit ihrer Geschäfte, und das ist der Glaube. Gegenseitiges Vertrauen basiert auf Glauben. Wie können sie Geschäfte mit Leuten machen, denen sie nicht vertrauen können? Viele Chinesen sind Opfer des Prinzips „Der Zweck heiligt die Mittel“ geworden. Es gibt keine Unternehmens-Moral, keine Unternehmens-Ethik. Warum nicht? Eigentlich hat China eine Kultur der Moral und Ethik mit einer langen Tradition. Es ist nicht wichtig, ob sie den Prinzipien des Konfuzianismus oder Buddhismus oder Taoismus folgen, sie alle haben eine relativ hohe Moral und Ethik. Mit so einem Menschen können sie Geschäfte machen, und sie können gut schlafen.

    Seit die chinesische kommunistische Partei 1949 an die Macht kam, hat sie alle Religionen und alle Glaubens-Gruppierungen systematisch zerstört – das ist kein Zufall.

    Heute sagen einige Menschen vielleicht: „Die kommunistische Partei Chinas hat sich verbessert, denn als ich letztes Mal in Shanghai war, besuchte ich viele Tempel und ich sah dort viele Besucher.“

    Sie haben jene Tempel angestrichen, also jene, die während der Kulturrevolution nicht vollständig zerstört wurden. Warum? Sie wollen die Welt betrügen und zeigen, dass ihnen etwas an religiöser Freiheit liegt, und ihnen ist am Geld der Touristen gelegen.

    Jene Menschen, die wirklich an ihrem Glauben festhalten und ihre Religion ausüben, werden verfolgt, wie die Christen der Hauskirchen im Untergrund. Vor einiger Zeit versuchten einige Chinesen aus Hongkong, etwa 30.000 Bibeln in der Originalversion nach China zu bringen. Sie wurden verurteilt und eingesperrt. Sie wurden Verbrecher genannt, weil sie eine große Anzahl von Bibeln transportiert hatten! Wie sehr können sie einem chinesischen Geschäftspartner vertrauen, wenn es keinen Glauben in der Gesellschaft gibt? Moral und Ethik zählen nicht wirklich. Vielleicht sprechen sie in der Propaganda darüber, aber sie meinen es nicht wirklich.

    Lassen sie mich zusammenfassen. Was kann ich den schwedischen und internationalen Unternehmen raten? Seien sie sehr vorsichtig, wenn sie in China investieren, weil ihre langfristigen Anlagen mit einer zehnjährigen Abzahlung riskant sind. Sie haben heute über die Veröffentlichung der Neun Kommentare über die kommunistische Partei gehört. Ich kann behaupten, dass ich viel über China weiß, aber das war ein Aha-Erlebnis für mich. Unterschätzen sie diese Kommentare nicht. Durch meine Kontakte mit Menschen in China weiß ich, dass sie in ganz China eine Flut von Reaktionen bewirkt haben, unter der Oberfläche natürlich. Ich finde es sehr gut, dass sich diese Neun Kommentare in China verbreiten, denn nur durch die Veränderung der Meinungen der Menschen, wenn Menschen wirklich verstehen, was das Problem in der Gesellschaft ist, wie übel die chinesische kommunistische Partei ist, erst dann kann sich die Gesellschaft auf eine positive Weise verändern. Wenn sich die Gesellschaft durch objektive Informationen zum Besseren verändert, wird das den Prozess der Veränderung bestmöglich und auf friedliche Weise fördern. Wir wollen nicht, dass China wieder unter einer Katastrophe oder einer Kulturrevolution leidet. Die Neun Kommentare werden keine Revolution hervorbringen. Sie schaffen eine dauerhafte und wesentliche Veränderung im Bewusstsein der Menschen und bewirken infolgedessen in der Nation eine Änderung zum Besseren.

    Als Geschäftsmann befürworte ich diese Entwicklung und unterstütze sie. Wenn sie Geschäfte mit China machen, nutzen Sie die Gelegenheit, die Chinesen an die Menschenrechte zu erinnern, geben sie ihnen zu verstehen, wie gut es für sie und die Zukunft Chinas ist, mehr Informationsfreiheit und Pressefreiheit zu haben. Unterstützen Sie solche großartigen TV-Sender mit freier Information wie zum Beispiel das New-Tang-Dynastie-TV.

    Wissen sie, dass New Tang Dynasty-TV der erste TV-Sender ist, der Informationen über das Massaker vom 4. Juni auf dem Platz des Himmlischen Friedens nach China senden konnte? Genauso brachte er die Verfolgung von Falun Gong und andere unzensierte Nachrichten. Ein kluger Geschäftsmann sollte das unterstützen. Warum? Weil das Ende der KPC, der kommunistischen Partei Chinas, nicht mehr weit ist. Anhaltend Geschäfte mit China zu machen bedeutet: „Ich will gute Geschäfte mit China auch in der Zeit nach der kommunistischen Partei Chinas machen.“

    Kurz vor dem Mauerfall in Berlin im Jahre 1989 war ich bei meinen deutschen Freunden, und sie hatten fest geglaubt, dass sie zu ihren Lebzeiten keine Veränderung in der DDR erleben würden. Einige Wochen später wurden sie vom Mauerfall überrascht. Sie können sich also auf die nächste Überraschung vorbereiten. Bereiten sie sich auf die wirklich anhaltenden, florierenden Geschäfte mit China in der Zeit nach der KPC vor.

  • Man-Yan Ng, gegenwärtig Leiter für Vertrieb und Marketing bei einer multinationalen Technologie-Gruppe, hat mehr als 25 Jahre Unternehmens-Erfahrung auf dem chinesischen Markt.

    Trotz seines vollen Terminkalenders ist Man-Yan Ng ein rühriger Streiter für die Menschenrechte der Menschen in China und jener, die unter anderen Diktaturen in der Welt leben. Er ist auch Vorstandsmitglied der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), einer Nichtregierungs-Organisation (NGO) mit Beobachter-Status beim Europäischen Rat und den Vereinten Nationen.

  • Die Webseite der IGFM: http://www.igfm.de.