Tagebuch: An Händen und Füßen gefesselt, auf brutale Weise zwangsernährt (Provinz Guangdong)

Tagebuch einer Kunstmalerin aus dem Gefängnis

(Minghui.org) Frau He Wenting, wohnhaft in Guangzhou, Hauptstadt der Provinz Guangdong, stammt aus der Stadt Shaoyang, Provinz Hunan. Sie ist Kunstmalerin und praktiziert Falun Dafa. Am 18. Dezember 2013 verteilte sie an ihre Mitmenschen im Campus der Universität Guangzhou Software zum Durchbrechen der Internet-Blockade. Sie wurde angezeigt und kurz darauf ungesetzlich festgenommen.

Zurzeit befindet sie sich im Untersuchungsgefängnis Fuyong der Gemeinde Shawan, Bezirk Panyu in Guangzhou. Sie protestierte gegen die gesetzwidrige Verfolgung mit einem Hungerstreik und wurde von der Polizei gewaltsam zwangsernährt.

Im Gefängnis führte sie ein Tagebuch, das sie einer vertrauenswürdigen Person übergab, die es aus dem Gefängnis schmuggelte. Hier ein Auszug daraus.

19. Dezember 2013

Die Aufzeichnungen in meinem Tagebuch beruhen auf persönlichen Erlebnissen und dienen als Beweis für die Verfolgung durch die KPCh.

Als ich gestern zusammen mit Mitpraktizierenden CDs mit der Software „Free Gate“ zum Durchbrechen der Internetblockade verteilte, wurde ich von Leuten der Abteilung für Staatssicherheit der Fremdsprachenhochschule Guangzhou festgenommen. Da ich mich weigerte, in das Polizeifahrzeug der Polizeistation Xiaoguwei einzusteigen, drückten mir fünf bis sechs Polizisten meinen Kopf nach unten und hoben meine Beine hoch, dann legten sie mir Handschellen an und schoben mich mit Gewalt in das Fahrzeug.

In der Polizeistation wollten sie mich fotografieren, aber ich stimmte nicht zu. Dann drehten zwei weibliche Polizistinnen und ein männlicher Polizist meine Arme nach hinten und zogen mich an den Haaren. Doch auch mit dieser Gewaltanwendung erreichten sie ihr Ziel nicht. Nach Mitternacht um etwa 1:30 Uhr wurden einige Dafa-Praktizierende zu einer ärztlichen Untersuchung gebracht. Anschließend, so sagten sie uns, wollten sie uns nach Hause bringen. Aber das war eine Lüge.

In Wirklichkeit brachten sie uns nach der Untersuchung ins Untersuchungsgefängnis Panyu. Um etwa 2:00 Uhr morgens landete ich in einer Zelle für weibliche Gefangene mit abgedunkeltem Licht. Einige weibliche kriminelle Gefangene stürzten sich auf mich und zogen mir meine Kleider und Unterwäsche, selbst meinen BH aus. Dann bekam ich eine Unterhose aus Papier und sie zogen mir die Häftlingskleidung an. Das war für mich eine große Demütigung; ich musste unwillkürlich weinen…

Die Zudecke war so dünn, dass ich vor Kälte zitterte und nicht einschlafen konnte. Meine Hände und Füße waren eiskalt. Ein männlicher Gefängnispolizist schrie durch ein hohes Fenster: „Wenn die Falun Gong ihren Namen nicht nennt, gebt ihr keine Zudecke!“

20. Dezember 2013

Am Morgen wurde ich erneut an Händen und Füßen gefesselt. Sie schleppten mich mit Gewalt zu einer ärztlichen Untersuchung. Alle mit mir festgenommenen Praktizierenden weigerten sich, sich untersuchen zu lassen. Danach brachten sie uns wieder ins Untersuchungsgefängnis zurück. Ich bin keine Kriminelle und wollte keine Gefangenenkleidung tragen! Ich zog mich aus, stellte mich mit dem Gesicht zur Wand und forderte sie auf, mir meine eigene Kleidung zurückzugeben. Alle anderen in meiner Zelle zitterten vor Kälte. Ein Polizist namens Lin befahl den kriminellen Häftlingen, mich abwechselnd zu überwachen und mich zu zwingen, die Gefangenenkleidung wieder anzuziehen. Man sagte ihnen, wenn ich nicht mitmachen würde, würden sie bestraft. Deswegen beschwerten sie sich über mich und beschimpften mich. Es tat mir leid für sie, ich wollte sie nur retten …

21. Dezember 2013

Ich setzte meinen Hunger- bzw. Durststreik fort. Um die Mittagszeit besuchte mich eine Gruppe von Gefängnisärzten. Da ich mich weigerte, eine Untersuchung vornehmen zu lassen, drückten sie mich an Händen und Füßen zu Boden, dabei zerrissen sie meine mit Baumwolle gefüllte Winterjacke. Ich rief: „Ich bin rechtschaffene gesetzestreue Bürgerin. Ihr habt nicht das Recht, mich so zu behandeln, lasst mich frei, ich kann selbst essen und trinken …“ Meine Lippen waren sehr trocken, bekamen Risse und bluteten.

22. Dezember 2013

Am Vormittag wurde ich gefesselt bzw. zwangsernährt. Fünf bis sechs Polizisten hielten mich an Händen und Füßen auf dem Bett fest und steckten einen Schlauch durch meine Nase in meinen Magen. Die Schmerzen waren so massiv, dass ich fast das Bewusstsein verlor. Ich musste mich ununterbrochen übergeben und weinte und schrie vor Schmerzen. In der Vergangenheit hatte ich bereits Verfolgungsberichte über Zwangsernährung im Internet gelesen, jetzt erlebte ich sie am eigenen Leib … Ich fragte sie: „Wie könnt ihr eine wehrlose schwache Frau so behandeln? Ihr habt bestimmt eine Ehefrau, Mutter und Kinder! Ich möchte nur meine Rechte bewahren, gibt mir meine Rechte zurück! Ich hasse euch nicht, im Gegenteil, ich wünsche mir von Herzen für euch, dass Ihr besten Gewissens die richtige Wahl treffen könnt!“


Malerei: Folternachstellung der brutalen Zwangsernährung
(aus: Internationale Kunstausstellung „Die Kunst von Wahrhaftigkeit Barmherzigkeit Nachsicht“

24. Dezember 2013

Heute wurde ich zweimal zwangsernährt. Sieben oder acht männliche kriminelle Gefangene hielten mich an Händen und Beinen fest und legten mir Handschellen an. Ich versuchte mich mit allen Kräften zu befreien und fiel dabei auf den Boden. Dann hielten sich mich am Boden fest und schnitten mir meine Haare ab. Ich rief laut: „Wer gibt euch das Recht, mir meine Haare abzuschneiden?“ Einer der Beteiligten erschrak, daraufhin löste ihn ein anderer ab. Er schnitt meine Haare kreuz und quer ab, sie lagen überall auf dem Boden verstreut. Danach schleppten sie mich in einen Raum, wo ich zwangsernährt wurde. Beim Einführen des Schlauches blutete meine Nase und ich musste mich ununterbrochen übergeben. Das Erbrochene bedeckte meinen Körper. Die weiblichen Gefangenen fanden es abscheulich und ekelten sich vor mir. Sie gingen weg, ich weiß, dass sie von den Lügen und Verleumdungen der Sprachrohre der KPCh getäuscht und zutiefst vergiftet waren…

28. Dezember 2013

Heute wurde ich zweimal zwangsernährt. Meine Handgelenke sind durch die Handschellen mit Blutergüssen bedeckt. Ich erbrach Blut. Trotzdem rief ich laut: „Falun Dafa ist gut! Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit, Nachsicht sind gut! Einen Glauben zu haben ist kein Verbrechen!“ Am Nachmittag kam eine Gefängnispolizistin namens Yang. Sie verleumdete Dafa und versuchte, eine Gehirnwäsche durchzuführen. Ich verneinte das Ganze und erklärte ihr die wahren Umstände der Verfolgung. Sie wurde wütend und sagte: „Auch wenn du hier stirbst, kümmert sich niemand um dich!“

15. Januar 2014

Heute ist der 6. Tag. Ich trat zum zweiten Mal in einen Hunger- und Durststreik und wurde viermal zwangsernährt. Gestern hatten sie mir beim Einführen des Schlauches meinen Magen verletzt. Um nicht noch größere Schmerzen zu erleiden, weigerte ich mich, weitere Nahrung zu mir zu nehmen. Ich wurde fast ohnmächtig und konnte kaum noch atmen. Heute früh trugen mich einige männliche Gefangene in die Klinik. Die Gefängnisärzte fesselten mich am Körper, an meinen Händen und an den Füßen. Dann wurde ich mit gespreizten Beinen an ein Bett gefesselt. Als ich die Augen öffnete, sah ich insgesamt zehn Leute um mich herum stehen: Manche hielten meine Arme, andere meine Oberschenkel und einige meinen Kopf. Der Anführer der Gruppe führte einen Schlauch durch mein linkes Nasenloch bis in meinen Magen hinein, mein Magen verkrampfte sich und ich musste mich übergeben. Der starke Reiz durch den Schlauch bereitete mir große Schmerzen. Unwillkürlich flossen die Tränen… sie ließen mich auf dem eiskalten Bett gefesselt liegen. Der Schlauch blieb von etwa 9:00 bis 16:30 Uhr in meinem Körper. In dieser Zeit wurde ich viermal zwangsernährt. Ich konnte nur schwer durch den Mund atmen. Sobald ich meinen Hals ein wenig bewegte, schmerzte meine Kehle. Es war so, als würde mir jemand mit einem Messer in den Hals stechen. Als mich einige weibliche Gefangene in die Zelle zurücktrugen, hatte ich keine Kraft mehr und war nicht in der Lage zu stehen. Meine Stimme war stark beeinträchtigt und meine linke Nasenseite stark angeschwollen.

Ich glaube, dass mein Tagebuch eines Tages die Menschen auf der Welt erschüttern wird, so wie das Video über die Verbrechen im Masanjia-Arbeitslager. Die grauenvollen und unmenschlichen Taten passieren im heutigen China – in der Kulturstadt Guangzhou (Hauptstadt der Provinz Guangdong). Wenn man sich einer Diktatur der Gewalt unterwirft und dem eigenen Gewissen zuwiderhandelt, wie kann China noch Hoffnung haben?

16. Januar 2014

Vom Hochfenster warf die Sonne einen Lichtstrahl an die Wand. (Die Fenster im Gefängnis sind so hoch, damit man weder hinaus- noch hereinschauen kann.) Ich erinnerte mich an die letzten Tage und hatte das Gefühl, als seien mir einige Schichten meiner Haut abgezogen worden. Alle Eigensinne, an denen ich früher festhielt, sind nicht mehr wichtig. Ich dachte an die erste Nacht im Gefängnis: Ich konnte nicht schlafen, meine Kleidung war durchnässt von unzähligen Tränen … ich sehnte mich nach meiner warmen Zudecke zu Hause, meiner glückliche Familie, meinem guten Arbeitsplatz und die Hoffnung auf eine gute Zukunft. All das Schöne trug ich in meinem Herzen … Alles hat sich über Nacht geändert. Ich dachte in Ruhe über mich selbst nach, meine Kultivierung, das Leben und über meine jetzige Situation.

Ich frage mich: Bereue ich etwas? Nein! Es ist meine ewige Ehre, an „Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit, Nachsicht“ zu glauben! Ich bereue nur, dass ich früher die Zeit nicht richtig geschätzt habe, mich fleißig zu kultivieren. Jetzt befinde ich mich in Gefangenschaft und erlebe die Verfolgung. Ich frage mich weiter: Habe ich Angst? Obwohl mein Körper unwillkürlich zittert, bleibt mein Wunsch, zum wahren Ursprung zurückzukehren, klar und standhaft!

Hier werde ich gezwungen, täglich eine alte und kaputte Winterjacke zu tragen… ab und zu fallen einige Sonnenstrahlen in die Zelle, hin und wieder höre ich Vögel zwitschern. Immer wieder fällt das Gittertor mit einem Knall ins Schloss. Wir weiblichen Häftlinge werden täglich gedrillt und alle rufen laut und gefühllos: „Wir grüßen die Wächter!“ Wie im Film?! Es ist tatsächlich so wahr und doch so fern!

Ich erinnere mich wieder: Vor zwei Monaten malte ich eine weibliche Falun Dafa-Praktizierende, eine Kunstmalerin, die aufgrund der Verfolgung starb. Ihr schönes Lächeln … einige weibliche Gefangene bewunderten meine Eleganz und meine schöne Haut. Ich sagte ihnen, das käme von der Kultivierung in Dafa. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie lange ich nicht mehr in den Spiegel geschaut habe…

Das ist menschliche Haut, ich brauche auf sie nicht eigensinnig zu sein und auch nicht auf eine gesellschaftliche Position, Eleganz, Ruhm, Reichtum usw. Vor dem Gewissen und der Gerechtigkeit kann ich alles loslassen… Das Hochfenster trennt die beiden Welten, die Mauer entzieht den Menschen die Moral und beraubt sie der Fähigkeit zu beurteilen. Meine unzerstörbaren und aufrichtigen Gedanken schützen mich vor Flut und Wellen.

Hungerstreik…Zwangsernährung, mit Hand- und Fußschellen liege ich gefesselt auf dem eiskalten Boden… wieder verkrampft sich mein Magen, unter Tränen übergebe ich mich … Das Sonnenlicht wirft einen warmen Strahl auf mich, streichelt mein Gesicht, es ist die barmherzige Fürsorge des Meisters… Ich sage mir: ich leide nicht, aber der Meister und die Lebewesen …

Ich wünsche mir, ich hätte einen Pinsel, um all meine Erlebnisse zu malen… ich betrachte mir den Schlauch, die Handschellen, das vergitterte Hochfenster, die Abzeichen an der Uniform der Wärter. Ich sehe alles: die blauen Flecken auf meinen Händen, die blutigen Wunden an meinen Lippen, meine nackigen Füße und mein verschmutztes Haar …nun schreibe ich alles auf dieses zerknitterte Toilettenpapier, das unbeschreibliche Leid, das Blut und die Tränen, aber auch Hoffnung…

„Weltliche Menschen auf der anderen Seite des Hochfensters!
Wenn Ihr im hellen Wohnzimmer mit eurer Familie zusammensitzt und euer Glück genießt,
könnt Ihr euch nicht vorstellen,
wie viele Familien guter Menschen zerstört werden
und wie viel Unmenschliches sie ertragen müssen

Weltliche Menschen auf der anderen Seite des Hochfensters!
Die Kultivierenden, die sich auf dem Weg zu Gottheiten befinden, werden verfolgt
Gleichgültigkeit ist auch eine Sünde – sie macht euch zum Sündenbock!
Weltliche Menschen auf der anderen Seite des Hochfensters!
Mein großartiger und verehrter Meister lehrt mich,
Menschen zu erretten, einschließlich derjenigen,
die mich verfolgen!
Von ganzem Herzen hoffe ich,
dass ihr euch über die wahren Umstände der Verfolgung informiert,
nur eurer Sicherheit und inneren Friedens wegen!“

17. Januar 2014

Das traditionelle chinesische Neujahr steht vor der Tür. Nun will ich noch ein Gedicht meines Meisters für die Menschen aufschreiben, die mein Tagebuch lesen können. Anfangs, als ich von den Lügen der KPCh verwirrt war, rüttelte mich dieses Gedicht wie ein Donnerschlag auf.

Winterblumen – Yuan Genre

Schmutzige Welt, reiner Lotus, Milliarden Winterblumen
Im kalten Wind, liebliche Anmut noch zartgrün
Schnee, Regen tagelang, Tränen von Gottheiten und Buddhas
Erwartet, Winterblumen zurückkehren
Eigensinnige Dinge der Welt sollen nicht fesseln
Aufrichtiger Gedanke standhaft
Von Alters her
Einzig für dieses Mal

(Li Hongzhi, Winterblumen – Yuan Genre, 28.01.2003, in: Hong Yin II)

Auf dem Weg zum wahren Ursprung, erinnere ich mich oft an diese Worte des Meisters:

“…Ich bedauere dich tief im Herzen,
Ganz gleich, ob Schicksalsverbindung oder nicht
Ich wünsche dir im Stillen all das Gute
Ich wünsche dir, frühzeitig die Wahrheit zu erkennen,
ich wünsche dir, die Katastrophe sicher zu durchstehen,
solange dein Gewissen die Vorurteile durchbricht
wirst du eine schöne Zukunft haben…

(Li Hongzhi, Lass mich dich nicht bedauern, Teil 2 Liedertexte, aus: Hong Yin III

  • Veröffentlicht am:
  • 28.03.2014

Zwei Monate nach Freilassung verstorben, vermutlich wegen giftiger Spritzen

Von Minghui Korrespondenten in Guangdong

(Minghui.org) Frau Chen Zhenrong war eine ältere lang jährige Falun Gong Praktizierende, die wegen des Praktizierens 2010 unrechtmäßig entführt und dann zu vier Jahr Gefängnis verurteilt wurde. Knapp drei Monate nach ihrer Freilassung aus dem Guang Dong Frauengefängnis Ende letztes Jahres verstarb sie. Mehrere Gerstenkorne an ihren Ärmer waren festgestellt worden. Ihre Familienangehörigen vermuten, dass ihr im Gefängnis dubiosen Injektionen gegeben wurden.

Frau Chen war etwa 60 Jahre alt, wohnte in der Stadt Zunyi Provinz Guozhou. Ihr Mann ist auch ein Praktizierender. Durch die Kultivierung von Falun Gong waren beide fit und gesund. Sie sahen deutlicher jünger aus als sie waren.

Frau Chen und ihr Mann Herr Dai verschwanden vor vier Jahren auf einmal. Später erfuhr man, dass sie von Polizisten der Buji und Shan-shui-jing Polizeiwache entführt wurden. Ihr PC, Drucker und andere Geräte wurden konfisziert. Sie wurden zu vier Jahren Gefängnisse vom Bezirksgericht Longgang Stadt Shenzhen verurteilt und Frau Chen wurde ins Guangdong Frauengefängnis geworfen.

Im Dezember 2013 wurde Frau Chen freigelassen und nach etwas über zwei Monaten verstarb sie. Ihre Familienangehörige vermuteten, dass ihr im Gefängnis giftige medizinische Injektionen gegeben wurden. Ihr Mann wurde vor Kurzem aus dem Gefängnis freigelassen.

Medizin ist ein gängiges Mittel im Guangdong Frauengefängnis

Seit Juli 1999 sind viele Falun Gong Praktizierende im Guangdong Frauengefängnis gefoltert worden. Medizin ist eine häufig angewandte Methode, um die Praktizierenden, die nicht auf ihren Glauben verzichten, zu verfolgen.

Zum Beispiel wurde die Falun Gong-Praktizierende Liu Mulan aus Wuhan, illegal beim Bezirksgericht Huiyang, Stadt Huizhou, zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Am 10. Januar wurde sie ins Guangdong Frauengefängnis gebracht. Weil sie sich weigerte, Falun Gong aufzugeben, behaupteten die Polizisten, dass sie „Bluthochdruck“ hätte und mischten unbekannte Drogen in ihr Essen. Sie zwangen sie, jeden Tag Medikamente wegen ihres „Blutdrucks“ einzunehmen. Ein paar Monaten später verschlechterte sich Frau Lius psychischer und physischer Zustand. Ihr Bewusstsein wurde unklar, der Blick zerstreut, in den Ohren hatte sie Halluzination, begleitet mit Sehstörung. Ihr Haar waren zerzaust, sie wurde sehr dürr und artikulierte undeutlich. Ihre Füße waren angeschwollen…

Ein weiteres Beispiel ist Frau Chen Xiaoyue. Sie wurde 2008 zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. In Guangdong Frauengefängnis wurde bei ihr infolge der Verfolgung fortgeschrittene Leukämie festgestellt. Ihr wurden giftige Injektion gegeben und Knochenmark entnommen. Nachdem sie am 18. März.2011 freigelassen wurde, hatte sie Brust-, Rücken- und Kopfschmerzen sowie Fieber. Frau Chen Xiaoyue sagte, dass dies durch die giftigen Injektionen verursacht worden sei.

Chinesische Version:
深圳陈振荣出狱两月即去世-疑遭药物迫害

Veröffentlicht am:
21.03.2014

Wunder: Sturz aus dem 18. Stock eines Gebäudes überlebt

Von einer Leserin aus der Stadt Guanghan, Provinz Sichuan, China

(Minghui.org) Anmerkung der Redaktion: Eine Leserin aus der Stadt Guanghan, Provinz Sichuan, schrieb vor kurzem an die Minghui-Website und bedankte sich bei Falun Dafa dafür, dass ihr jüngerer Bruder nach einem Unfall gerettet wurde, der tödlich hätte ausgehen können. Es folgt ihr Brief.

Lebensbedrohliche Verletzungen

„Mein Bruder arbeitet für eine Baufirma in der Stadt Guangzhou, Provinz Guangdong. Im Sommer 2011 fiel er während der Arbeit aus dem 18. Stock eines Gebäudes. Dank mehrerer Lagen von Sicherheitsnetzen war er nicht sofort tot. Er war jedoch bewusstlos. Seine Kollegen brachten ihn sofort ins Krankenhaus.

Nach einer zweitägigen Notfallbehandlung konnten die Ärzte keine Besserung feststellen und folgerten, dass er nicht mehr weiter behandelt werden könne und bald sterben würde. Sie weigerten sich, mehr zu unternehmen und gaben uns, seiner Familie, den Rat, ihn nach Hause zu bringen und alles für seine Beerdigung vorzubereiten.

Nachdem wir ihn aus Guangdong nach Sichuan zurückgebracht hatten, nahmen wir sofort Kontakt mit einem großen Krankenhaus in der Hauptstadt Chengdu auf. Als das Krankenhaus feststellte, dass mein Bruder kaum Chancen auf Genesung von seinen lebensbedrohlichen Verletzungen hatte, verweigerte es die Aufnahme.

Enttäuscht kehrten wir nach Hause zurück. Ein Arzt, der in einer Klinik in der Nähe chinesische Medizin praktiziert, kam und untersuchte meinen Bruder gründlich. Er schüttelte den Kopf und erklärte: „Er kann noch ein wenig atmen, doch man kann gar keinen Puls mehr messen. Es ist hoffnungslos.“

Ich konnte meine Tränen nicht zurückhalten. Mein Bruder war erst etwas über 30 Jahre alt. Wie konnte er so sterben? Wer sollte sich um sein kleines Kind kümmern?

Ein Wunder

Unter Tränen erinnerte ich mich plötzlich an meine Tante, die in der Nähe wohnte. Ihre achtjährige Enkelin Yingzi war im vergangenen Jahr von einem motorisierten Dreirad angefahren worden. Ein Rad war über ihren Hals gefahren und hatte ihr Schlüsselbein gebrochen. Der Arzt hatte damals erklärt, dass es mindestens drei Tage dauern würde, bevor Yingzi die Notaufnahme verlassen könne. Alle machten sich Sorgen. Doch nachdem meine Tante etwas zu Yingzi gesagt hatte, erlangte sie das Bewusstsein wieder und setzte sich nach wenigen Minuten auf. Drei Tage später ging sie schon wieder zur Schule. Warum sollte ich sie nicht um Hilfe bitten?

Ich suchte meine Tante auf und berichtete ihr, was geschehen war. Sie sagte, dass viele Menschen von der Hasspropaganda der kommunistischen Partei gegen Falun Gong getäuscht seien. Wenn wir die Fakten kennenlernen, das unterstützen, was rechtschaffen ist und aus der Kommunistischen Partei Chinas austreten würden, würden wir wundersam gesegnet sein.

Als meine Tante bei mir zuhause ankam, sprach sie darüber mit einem Dutzend Familienmitgliedern, Verwandten und Freunden, die gekommen waren, um meinen Bruder zu besuchen. Meine Tante erklärte ihnen, dass man gesegnet sei und eine bessere Zukunft hätte, wenn man mutig das unterstützt, was rechtschaffen ist. Sie schlug vor, dass wir zusammen folgende Worte rezitieren sollten: „Falun Dafa ist gut, Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht sind gut.“

Wir glaubten ihren Worten und folgten ihrem Rat. Die Hälfte von uns trat aus der KPCh und ihren Organisationen aus.

Bald darauf bemerkte meine Schwägerin, dass die farblosen Nägel meines Bruders ein wenig Farbe bekommen hatten. Ich berührte sein Handgelenk und konnte seinen Puls spüren. Wir waren sehr ermutigt und rezitierten weiterhin die Worte, die uns meine Tante aufgetragen hatte.

Am frühen Morgen waren der Atem und der Gesichtsausdruck meines Bruders wieder normal. Er konnte sich sogar aufsetzen. Drei Tage später war er wieder völlig genesen. Das war wirklich ein Wunder.

Nachtrag

Als mein Bruder einige Tage später hinausging, reagierte ein Nachbar erschüttert bei seinem Anblick: „Ich habe gehört, dass du im Sterben liegst. Ist das echt? Bist du ein Geist?“

Mein Bruder lächelte und antwortete: „Ich bin nicht gestorben, Falun Dafa hat mich gerettet.”

Als sie von der Erfahrung meines Bruders erfuhren, waren viele Menschen beeindruckt und einige fingen sogar an, Falun Dafa zu praktizieren.

Es sind fast drei Jahre vergangen und mein Bruder ist der Zeit in der Lage zu arbeiten. Wir sind Falun Dafa und dessen Gründer sehr dankbar.

  • Veröffentlicht am:
  • 20.03.2014

Persönlicher Bericht über die Foltermethoden von Polizisten und Wärtern (Provinz Guangdong und Jilin)

(Minghui.org) Im Folgenden beschreibt Frau Fan Minglan einem Minghui-Korrespondenten gegenüber von den Folterungen, denen sie nach einer Festnahme am 15. Februar 2011 ausgesetzt war.

Sie hatte sehr profitiert, als mit dem Praktizieren von Falun Gong im Juni 1997 begann. Als Falun Gong-Praktizierende wurde sie daraufhin verfolgt, eingesperrt und gefoltert und war erzwungenen Gehirnwäsche-Sitzungen ausgesetzt. Es folgen einige Einzelheiten der Qualen in einer Gehirnwäsche-Einrichtung.

„Am 15. Februar 2011 wurde ich festgenommen, als ich einen Mitpraktizierenden besuchte. Man brachte mich auf die Guangming Polizeiwache (Stadt Shenzhen in der Provinz Guangdong), nachdem sie mich vorher auf die Polizeiwache der Stadt Helon, Provinz Jilin gebracht hatten. Eine Gruppe von vier Polizisten verhörte mich abwechselnd zwei Tage und Nächte und entzog mir den Schlaf. Die Polizisten plünderten auch mein Haus.

Da sich der Beamte Gao Zhihua verletzte, als mich mit bloßer Hand schlug, schlug er danach mit einem Hausschuh weiter auf mich ein. Er zog mich auch an den Haaren. Der Beamte Li Jingzhu und weitere Polizisten legten meine Hände auf dem Rücken in Handschellen, zogen dann meine Arme nach oben und traten mir in den Rücken. Zwei Tage später wurde ich in das Untersuchungsgefängnis der Stadt Helong gebracht.

Wegen Herzproblemen entlassen

Im Untersuchungsgefängnis traten Symptome von schweren Herzproblemen auf, woraufhin sie mich aus medizinischen Gründen entließen. Im März 2011 wurde ich in die Gehirnwäscheeinrichtung gebracht, wo man die Insassen dazu zwang, sich den ganzen Tag lang Falun Gong verleumderische Videos anzusehen. Die Angestellten drohten uns damit, auch an den darauffolgenden Sitzungen teilnehmen zu müssen, wenn wir Falun Gong nicht aufgeben würden. Und sie drohten uns mit einem Gefängnisaufenthalt.

Später bemerkte ich, dass mein rechtes Bein viel dünner als mein linkes war, sodass ich beim Laufen zur Seite neigte. Am 23. April 2011 wurde ich dann entlassen.

Frühere Festnahme in Peking wegen friedlichen Appellierens

Etwas aus früherer Zeit: Ich wurde schon einmal festgenommen, als ich im Oktober 2000 auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking für das Recht zum Praktizieren von Falun Gong appellierte. Die Polizisten aus der Stadt Yanji brachten mich zurück zur Polizeiwache der Stadt Xiaoyinzi.

Einer der Polizisten sagte damals: „Wie kannst du es wagen, nach Peking zu kommen, um zu appellieren? Ich werde dir eine Lektion erteilen.“ Dann schlug mich der Polizeidirektor Xue und sperrte mich für fünf Tage in Isolationshaft. Später wurde ich in das Untersuchungsgefängnis der Stadt Yanji gebracht und dort für einen Monat festgehalten. Anschließend verurteilten sie mich zu drei Jahren Haft im Heizuizi Arbeitslager.

Dort wurde ich gezwungen, von 3:00 Uhr morgens bis Mitternacht zu arbeiten. Den Falun Gong-Praktizierenden war es untersagt zu sprechen. Sie durften sich nur sehr duschen. Wenn wir die Arbeitsanforderungen nicht erfüllten, wurden wir von Wärter Wang verbal attackiert und mit einem Elektrostab geschockt. Nach vier Monaten im Arbeitslager wurde ich aus medizinischen Gründen entlassen.“

  • Veröffentlicht am:
  • 09.03.2014

Familie seit 14 Jahren auseinandergerissen: die Bemühungen einer jungen Frau, ihre Eltern zu befreien

(Minghui.org) „Mein Vater ist immer noch im Gefängnis und jetzt wurde auch meine Mutter illegal verurteilt. Das Einzige, was ich möchte, ist, dass meine Familie wieder zusammen ist und ein normales Leben führen kann. Ist dies zu viel verlangt?“ Dies ist die ernsthafte Bitte einer jungen Frau in China, die unter der Verfolgung von Falun Gong aufgewachsen ist. Ihr Name ist Li Songrong.

Frau Lis Familienleben wurde zerstört, als die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) im Jahre 1999 mit der Verfolgung von Falun Gong begann. In den letzten 14 Jahren musste sie immer wieder mit ansehen, wie ihre Eltern verhaftet wurden, weil sie an Falun Gong und dessen Prinzipien „Wahrhaftigkeit-Barmherzigkeit-Nachsicht“ glauben.

Frau Li und ihre Familie stammt aus Poxin. Die Ortschaft liegt im Distrikt Maogang der Stadt Maoming, Provinz Guangdong. Ihr Vater Li Kun wurde im Jahre 2002 zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt und aktuell immer noch im Sihui Gefängnis der Provinz Guangdong interniert. Ihre Mutter Liang Guifen wurde das letzte Mal am 2. November 2013 verhaftet. Am 27. Dezember verurteilte man sie zu dreieinhalb Jahren Gefängnis. Die Mutter legte Einspruch ein und wartet nun im ersten Haftzentrum von Maoming auf das Ergebnis. Nicht nur die Eltern, auch Frau Lis Großmutter und ihr Bruder wurden bereits einmal verhaftet, da auch sie Falun Gong praktizieren. Ihr Bruder Li Xinhua wurde im Jahre 2002 vom ansässigen Gericht zu fünf Jahren verurteilt, obwohl er zu der Zeit noch ein Jugendlicher war.

Als Frau Lis Vater im Jahre 1999 das erste Mal verhaftet wurde, war Frau Li gerade erst neun Jahre alt. Durch die Verhaftung war sie traumatisiert. Sie zweifelte nie an der Unschuld ihres Vaters, konnte jedoch den Spott ihrer Klassenkameraden, dass sie die Tochter eines Verbrechers sein solle, nicht ertragen. Deshalb zog sie sich zurück und fiel immer wieder in Depressionen.

Während der Verfolgung aufzuwachsen, war für Frau Li nicht einfach, doch sie kam durch. Sie schaffte es, die Hochschule zu beenden. Heute ist sie 23 Jahre alt und berufstätig. Sie weiß, dass sie sich für ihre Familie einsetzen muss und ist entschlossen, alles, was notwendig ist, zu tun, um ihre Eltern freizubekommen.

Nachfolgend ein offener Brief von Frau Li an das Justizsystem in Maoming, in dem sie alle Fehler im Zusammenhang mit der Inhaftierung ihrer Eltern aufdeckt. Darin fordert Frau Li die unverzügliche Freilassung ihrer Mutter. Sie hofft, dass dieser Brief die Menschen dazu aufruft, mitzuhelfen, ihre Familie wieder zusammenzuführen. Während sie diese Zeilen schrieb, kamen all ihre schmerzhaften Erinnerungen wieder hoch, sodass sie nur noch weinen musste.

Eine fröhliche Kindheit, die jäh zerstört wurde

Als ich im November 1990 geboren wurde, wurde ich von meiner biologischen Tante adoptiert und so das jüngste Mitglied in meiner neuen Familie. Meine Eltern und Großeltern waren alle in mich vernarrt und überschütteten mich mit endloser Liebe, köstlichem Essen und wunderschönen Kleidern.

Meine Großmutter und meine Mutter begannen im Sommer 1997, Falun Gong zu praktizieren. Sie nahmen mich oft zum Übungsplatz mit, wo ich viele andere Kinder traf. Während die Erwachsenen die Übungen machten, hatten wir Kinder viel Spaß beim Spielen. Diese Tage waren voller Freude.

Ich sah immer zu meinem Vater auf. Während er Militärdienst leistete, reiste er zu vielen verschiedenen Orten und hatte so viele Geschichten zu erzählen. Er war auch sehr geschickt und konnte im Haus alles reparieren. Als kleines Mädchen fand ich, dass mein Vater die mächtigste Person in der Welt war. Doch obwohl ich meinen Vater zutiefst liebte, war ich doch auch besorgt um ihn, da ihn oft sein Temperament mitriss. Ich erinnere mich noch an eine Nacht im Winter, als ich wegen eines Aufruhrs im Wohnzimmer wach wurde. Vater beschimpfte und schlug meinen ältesten Bruder, da dieser Geld gestohlen hatte, um damit Videospiele zu kaufen. Mein Großvater hielt meinen Vater auf, doch werde ich niemals den wütenden Ausdruck im Gesicht meines Vaters vergessen. Als mein Vater dann begann, Falun Gong zu praktizieren, wurde er viel ruhiger. Er verlor immer seltener seine Beherrschung. Als ich meine erste Prüfung in der Schule verpatzt hatte, schimpfte er nicht, sondern lächelte nur und ermutigte mich, es in Zukunft besser zu machen. Einst ein Kettenraucher mit dunklen gelben Zähnen, hörte er kurze Zeit nach Beginn des Praktizierens von Falun Gong damit auf.

Die ersten neun Jahre waren die fröhlichsten in meinem Leben.

Mein Vater wurde mir weggenommen

Anfang Herbst 1999 wusch sich mein Vater gerade nach einem langen Arbeitstag das Gesicht, als eine Gruppe Fremder in unser Heim einbrach. Ich weiß nicht mehr genau, was exakt geschah, doch weiß ich noch, dass danach unser 32-Zoll-Farbfernseher und unsere Musikanlage verschwunden waren und mit ihnen mein Vater.

Später nahm mich meine Mutter zu einem Ort mit, der „Drogenrehabilitationseinrichtung“ genannt wurde. Ich konnte nicht verstehen, warum mein Vater dort war, da er nie Drogen genommen hatte. Dennoch sah ich immer den Samstagen entgegen, da ich jeden Samstagmorgen mit einem anderen Mädchen 30 Minuten lang zu Fuß zu der „Drogenrehabilitationseinrichtung“ ging. Ich besuchte dort meinen Vater und sie ihre Großmutter. Wir machten dort auch unsere Hausaufgaben und blieben so lange, bis wir am Abend aufgefordert wurden, nach Hause zu gehen.

Ich war furchtbar erschrocken, als mein Vater eines Tages sein Gedächtnis verlor, nachdem er in einen Hungerstreik getreten war. Wir eilten ins Krankenhaus und sahen, dass er sehr blass geworden war. Er gestikulierte, dass ich näher zu ihm kommen solle, und murmelte mir zu: „Hab keine Angst. Papa ist in Ordnung und wird bald wieder zu Hause sein.“

Er kam wirklich einige Zeit später nach Hause, doch nur, um bald darauf erneut weg zu sein. Er musste fliehen, um der Polizei zu entkommen. Ich hörte zufällig Erwachsene sagen, dass die Polizei 15.000 Yuan (ca. 1500 €) als Belohnung für jeden ausgesetzt habe, der dabei helfen könne, meinen Vater zu fangen. Verzweifelt wollte ich, dass mein Vater wieder zu Hause war, doch fürchtete ich auch um seine Sicherheit. Als ich meinen Vater schließlich wiedersah, befand er sich in Haft, zuerst im ersten Haftzentrum von Maoming und später im Gefängnis Yangjiang.

Jedes Mal, wenn wir unseren Vater sehen wollten, mussten wir sehr früh aufstehen, um zuerst mit zwei Bussen und dann zu Fuß die Strecke zum Gefängnis zurückzulegen. Oftmals war es bereits 15 oder 16 Uhr, als unser Besuchsantrag schließlich genehmigt wurde. Dann mussten wir in einer Warteschlange anstehen, bis wir schließlich den Besucherraum betreten konnten. Wenn wir unseren Vater schließlich sahen, blieben oft nur noch 30 Minuten Besuchszeit übrig. Dennoch wusste ich jede Minute mit ihm zu schätzen.

Doch auch solche kurze Besuche fanden nicht immer statt. Eines Tages wurde unser Besuchsantrag abgelehnt. Der lokale Leiter des Büro 610 war gerade zugegen und sah mein trauriges Gesicht. Sofort kam er auf mich zu und rügte mich: „Werde ja keine Person, die die Gesellschaft hasst!“ Ich hätte gleichzeitig lachen und weinen können, so war mir zumute. Ich hatte zu viele Fragen, die ich ihm stellen wollte. Warum sagte der Polizist, der meinen Vater verhaftet hatte: „Dein Vater ist eine gute Person und ich bin ein schlechter Kerl. Das ist der Grund, warum ich ihn verhafte“? Warum hatten die Familien anderer Häftlinge keine Schwierigkeiten, ihr Besuchsrecht zu bekommen, während wir so viele Schwierigkeiten hatten, sobald wir unseren Vater sehen wollten? Warum konnten andere Besucher mit ihren Lieben sorglos sprechen, während wir die ganze Zeit von einem Wärter überwacht wurden? Doch statt dem Leiter des Büro 610 all diese Fragen zu stellen, erwiderte ich nur: „Nein, ich hasse niemanden.“ In diesem Moment verachtete ich mich selbst, weil ich solch ein Feigling war.

Wann immer ich andere über ihren geliebten Vater sprechen hörte, hatte ich nichts zu sagen. Ich konnte mich immer nur daran erinnern, dass mein Vater bald nach Hause kommen würde. Damit tröste ich mich nun seit 14 Jahren.

Großvaters schwere Last

Großvater war warmherzig und mochte Kinder. Da ich gerne las, kaufte er mir unzählige Magazine und Bücher. Als sich später ins Internat ging, sagte er seinen Nachbarn bereits Tage vor meinem Besuch, dass seine Enkelin bald nach Hause kommen würde.

Eine lange Zeit waren nur mein Großvater und ich zu Hause. Meine Großmutter und meine Eltern waren inhaftiert und meine zwei Brüder besuchten Schulen außerhalb der Stadt.

Das lokale Gericht ordnete plötzlich ohne triftigen Grund an, dass unser Haus verkauft werden sollte. Wir waren gezwungen auszuziehen. Großvater war den ganzen Tag mit dieser Sache beschäftigt, kam jedoch immer rechtzeitig nach Hause, um für mich zu kochen. Ich machte mir oft Sorgen darüber, dass meine Eltern uns nach ihrer Entlassung nicht finden würden, wenn wir obdachlos waren.

Als Großmutter endlich freigelassen wurde, weinte Großvater. Großmutter fragte: „Du hast in deinem Leben so viel durchgemacht, warum weinst du jetzt?“ Großvater seufzte: „Ich habe Angst, dass wir in unserem Alter keinen Platz mehr haben, wo wir leben können.“ Ich habe meinen Großvater nur zweimal weinen gesehen. Das zweite Mal war, als er hörte, dass Vater bewusstlos wurde, nachdem man ihn an Handschellen aufgehängt und brutal geschlagen hatte.

Seit der Verhaftung meines Vaters musste mein Großvater seine magere Pension dafür verwenden, die gesamte Familie zu versorgen, inklusive meiner Schulgebühren. Ich träumte oft davon, wie ich als Erwachsener Geld verdienen würde, um Großvater alles zurückzuzahlen. Doch ich bekam nie die Chance dazu, denn am ersten Samstag meines ersten Jahres auf der Mittelschule verstarb Großvater plötzlich, was für uns alle völlig überraschend kam.

Es sind nun sechs Jahre vergangen, seit Großvater gestorben ist. Jedes Mal, wenn ich meinen Vater im Gefängnis besuche, fragt er mich nach ihm und ich gebe ihm immer die gleiche Antwort: „Er hält sich großartig.“ Ich fühle mich sehr schlecht, ihn all die Zeit anzulügen, doch möchte ich auch nicht, dass er noch mehr Kummer hat.

Mutters ungesetzliche Verhaftung

Als ich noch klein war, ging ich immer mit Mutter mit, gleich, wo sie auch hinging. Als ich dann studierte und sogar später, als ich bereits einen Beruf hatte, war meine Mutter die erste Person, die ich anrief, wenn ich mit jemandem sprechen musste. Meine Mutter hörte mir immer geduldig zu und tröstete mich. Und wenn ich in den Schulferien wieder nach Hause kam, erwarteten mich immer Mutters Köstlichkeiten.

Ich erinnere mich daran, dass das Jahr 2000 besonders schwierig für mich war. Ich war erst zehn, doch meine Mutter und mein Vater waren bereits mehrmals verhaftet worden. Ich hatte Schwierigkeiten einzuschlafen, vor lauter Angst, von der Polizei geweckt zu werden. Eines Abends im kalten Winter versuchte meine Mutter, mich zum Einschlafen zu bringen, als wir hörten, wie Leute von außerhalb meine Mutter aufforderten, die Tür zu öffnen und nach draußen zu kommen. Ich brachte kein Wort heraus und sah nur meine Mutter an. Sie ignorierte die Leute und konzentrierte sich auf mich. Das Rufen hörte für eine Weile auf und wir dachten, es sei vorüber. Doch dann hörten wir einen lauten Knall an der Tür. Das Knallen ging weiter und es hörte sich an, als würde die Tür einbrechen. Ich dachte, mein Herz bliebe stehen. Meine Mutter ging hinunter, um die Tür zu öffnen, und sofort hörte ich schwere Schritte die Treppe heraufkommen. Meine Mutter fragte, was dieses Theater solle, und eine Stimme antwortete: „Es wird nicht lange dauern. Nur eine kurze Besprechung und wir werden Sie gleich wieder zurückbringen.“ Meine Mutter dachte eine Weile darüber nach und sagte den Leuten dann, dass sie ihren Mantel holen müsse. Sie kam in mein Zimmer zurück und ich wusste, dass uns ein Mann auf der anderen Seite der Tür beobachtete. Ich weinte und bettelte sie an, mich nicht alleine zu lassen. Mutter tröstete mich: „Weine nicht! Schlafe fest! Mama wird bald zurück sein.“ Ich hätte mir nie träumen lassen, dass „bald“ fast zwei Jahre später bedeuten würde. Als meine Mutter schließlich zurückkehrte, war es bereits Sommer des nächsten Jahres geworden und ich ging in die sechste Klasse.

Nachdem Mutter verhaftet worden war, war mein Vater gezwungen, von zuhause fernzubleiben und von Ort zu Ort zu ziehen, um nicht das gleiche Schicksal zu erleiden. Dennoch wurde er festgenommen, als er und mein zweiter Bruder meine Mutter kurz vor ihrer Freilassung besuchten. Nun musste Großvater die gesamte Familie mit seiner Pension versorgen und Mutter verkaufte Gemüse und Feldfrüchte, um zu helfen, über die Runden zu kommen.

Obwohl ich noch immer jung war, tat ich mein Bestes, um zu helfen, wo ich konnte. Im Winter musste ich um 4:00 Uhr unter meiner warmen Decke hervorkriechen, um meiner Mutter dabei zu helfen, Gemüse einzusammeln. Im Sommer wurde es auch nicht einfacher, da wir unter der stechenden Sonne zu leiden hatten: Unsere Kleider waren von unserem Schweiß oft ganz durchnässt.

Nachdem Großvater gestorben war, arbeitete meine Mutter noch härter, um die Familie zu versorgen. Sie grub so viel Gemüse und Feldfrüchte aus, wie sie nur konnte. Nachdem sie unsere eigenen Felder bestellt hatte, mietete sie andere Felder an, die brachlagen, um auch diese zu bestellen. Egal wie viel Geld sie auch durch den Verkauf der Ernte bekam, gab sie es für mich und meine Brüder aus. Auf diese Weise brachte sie mich durch die Hochschule hindurch.

Trotz dieses harten Lebens verlor meine Mutter nie die Hoffnung und erinnerte mich immer wieder daran, positiv zu bleiben und mich entsprechend den Prinzipien von Wahrhaftigkeit-Barmherzigkeit-Nachsicht zu verhalten. Dank ihrer unermüdlichen Unterstützung und Ermutigung graduierte ich Anfang 2013 und fand einen guten Beruf. Ich dachte immer daran, wie ich die finanziellen Lasten meine Familie reduzieren und wie ich meinen Vater in zwei Jahren zuhause willkommen heißen würde und war dann voller Hoffnung und Vorfreude.

Doch riss mich die brutale Realität aus dieser Tagträumerei heraus. Anfang November 2013, ich bereitete gerade eine Geschäftsreise vor, kam die Nachricht, dass meine Mutter zuhause verhaftet worden war. Sie war gerade von einem Arztbesuch zurückgekommen, als die Wohnung von Agenten umstellt wurde und sie unser Heim durchsuchten. Sie konfiszierten ihr Mobiltelefon, alles Bargeld und noch andere persönliche Dinge und nahmen meine Mutter ohne Haftbefehl mit. Ich war völlig verzweifelt und konnte mich nur dadurch beruhigen, dass ich zu mir sagte: „Mutter wird in Ordnung sein und bald wieder nach Hause kommen.“

Am 23. Dezember 2013 besuchte ich die erste Verhandlung gegen meine Mutter, hatte allerdings nur zweimal einen kurzen Augenkontakt mit ihr. Als meine Mutter zum Verteidigungsplatz ging, drehte sie sich um, um mich zu sehen. Sie warf mir dann einen weiteren Blick zu, als sie den Gerichtssaal wieder verließ. Meine Mutter war mir so nahe, dennoch schien sie so unendlich fern. Sie war blass und ihre Schritte schwer; auch schien sie etwas desorientiert. Obgleich meine Mutter in ihrem Leben viele Höhen und Tiefen durchlebt hatte, war sie immer optimistisch und gesund gewesen. Was war also in gerade einem Monat der Inhaftierung geschehen, das ihre Gesundheit so sehr angegriffen hatte?

Als der Staatsanwalt die sogenannten „Beweise“ gegen meine Mutter vorlas, warf einer seiner eigenen Zeugen ein: „Sie fabrizieren hier die Beweise zusammen. Ich habe das nie gesagt.“ Mein Herz zog sich zusammen und ich fühlte mich hilflos.

Am 27. Dezember 2013 war der zweite Verhandlungstag, an dem meine Mutter zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt wurde, ohne dass es Beweise für irgendein Verbrechen gegeben hätte.

Mutters Verurteilung erfolgte ohne gesetzliche Grundlage

Meine Mutter wurde aufgrund der sogenannten „Verwendung einer Kultorganisation, um die Anwendung der Gesetze zu stören“ verurteilt. Nachdem ich Rechtsdokumente überprüft hatte, war es offensichtlich für mich, dass all die Anschuldigungen gegen meine Mutter völlig grundlos waren.

Erstens, das Regime führt eine Liste von Religionen, die als Kult klassifiziert werden. Falun Gong ist nicht auf dieser Liste. Wenn Falun Gong nie als Kult klassifiziert worden ist, wie kann dann das Gericht den Begriff des „Kults“ als Rechtfertigung zur Verurteilung meiner Mutter verwenden?

Zweitens, der Staatsanwalt beschuldigte meine Mutter, ein Bandenführer zu sein, der Falun Gong-Aktivitäten organisiert habe. Meine Mutter ist eine einfache Frau mit einer Grundschulbildung. Sie kennt nur die Landarbeit und hat keine Idee davon, wie man andere mobilisiert, geschweige denn anführt. Darüber hinaus war sie so sehr mit der Landarbeit beschäftigt, wie hätte sie da Zeit finden können, irgendwelche „Aktivitäten“ zu organisieren?

Drittens, „die Anwendung der Gesetze zu stören“ bezieht sich für gewöhnlich auf Gewaltakte, die die soziale Ordnung stören. Meine Mutter ist eine Falun Gong-Praktizierende und hat niemals irgendjemanden verletzt, dessen Freiheit gestört oder jemandes Eigentum beschädigt. Wenn sie also niemals jemanden in der Gesellschaft gestört hat, auf welcher Grundlage kann sie dann verurteilt werden?

Und viertens, die Polizisten hatten das Gesetz, als sie meine Mutter verhafteten. Sie durchsuchten unser Heim ohne Durchsuchungsbefehl und nahmen meine Mutter ohne Haftbefehl in Gewahrsam. Auch der Staatsanwalt brach das Gesetz und versagte darin, den rechtlichen Schritten in der Strafverfolgung zu folgen. Er zitierte verschiedene Beweise gegen meine Mutter, ohne auch nur einen davon während der Verhandlung zu präsentieren. Darüber hinaus fabrizierte er Beweise, die sogar von seinen eigenen Zeugen als falsch enthüllt wurden.

Es macht mich traurig, dass die gesetzestreuen Bürger verurteilt werden, während wahre Kriminelle frei ausgehen. Mein Vater ist immer noch im Gefängnis und jetzt wurde auch noch meine Mutter ungesetzlich zu Gefängnis verurteilt. Das Einzige, was ich möchte, ist, dass meine Familie wieder zusammenkommt und ein normales Leben führen kann. Ist das zu viel verlangt?

Als die Polizei vor 14 Jahren das erste Mal in unser Heim einbrach, war ich ein unschuldiges naives kleines Mädchen. Als meine Schulkameraden über meinen Vater tratschen, dass er ein Krimineller sei, und sich von mir distanzierten, wagte ich nichts zu sagen. Sobald es um Falun Gong geht, missachtet die Polizei seit 14 Jahren das Gesetz, doch habe ich gelernt, für meine Eltern einzustehen.

Ich fordere das Maoming Gericht auf, meine Mutter Liang Guifen unverzüglich und bedingungslos zu entlassen.

Ich bitte um Hilfe, damit meine Familie wieder vereint werden kann.

Li Songrong

1. Januar 2014

  • Veröffentlicht am:
  • 25.02.2014