Besuchsverbot für Anwälte und Familien zweier inhaftierter Falun Gong-Praktizierender

1. November 2016 | Von einem Minghui-Korrespondenten in der Provinz Heilongjiang in China

(Minghui.org) Liu Yanyi (w), Zhao Haijun (m) und 51 weitere Falun Gong-Praktizierende, die im Bezirk Shuangcheng der Stadt Harbin leben, sind am 6. Mai 2016 verhaftet worden. Sie hatten gegen Jiang Zemin, den ehemaligen Staatschef Chinas, Strafanzeigen erstattet, weil dieser die gewaltsame Unterdrückung von Falun Gong begann. Der polizeiliche Überfall war eine Vergeltungsaktion.

Liu und Zhao werden seitdem rechtswidrig festgehalten. Weil sie Falun Gong praktizieren, dürfen weder ihre Familien noch ihre Anwälte sie besuchen.

Ihre Familien sind sehr besorgt um ihre Sicherheit. Deshalb haben sie Verteidiger beauftragt.

Lius Anwalt reichte Dokumente mit der Forderung zur Freilassung seiner Mandantin bei Liu Bo ein, dem Beamten, der in der Bezirkspolizeibehörde Shuangcheng für diesen Fall zuständig ist. Die Forderung des Anwalts wurde ignoriert. Lius Fall wurde eine Woche später an die Bezirksstaatsanwaltschaft Shuangcheng weitergeleitet.

Zhaos Fall wurde dem Bezirksgericht Shuangcheng übergeben. Sein Anwalt legte dem Gericht entsprechende Dokumente vor. Hu Yelin, stellvertretender Vorsitzender Richter des Strafgerichtes, weigerte sich danach, die Familie von Herrn Zhao zu treffen.

Ausreden für die Ablehnung der Besuchserlaubnis

Frau Liu wurde zunächst in die Haftanstalt der Stadt Harbin gebracht. Ihre Familie ging zweimal am Besuchstag dorthin und wollte sie besuchen. Sie wurden jedoch jedes Mal zurückgewiesen.

„Es handelt sich um eine Anweisung von höherer Ebene, dass sich Falun Gong-Praktizierende nicht mit ihren Familien treffen dürfen“, erklärte ihnen das Personal.

Liu wurde am 14. Mai in das Untersuchungsgefängnis Yaziquan (auch als Strafanstalt Harbin Nr. 2 bekannt) verlegt, ohne dass man ihre Familie benachrichtigte. Ihre Angehörigen beauftragten einen Anwalt und gingen mit dem Anwalt in die Strafanstalt.

„Um einen Falun Gong-Praktizierenden treffen zu dürfen, müssen Sie die Unterschrift von der Person bekommen, die den Fall behandelt“, erklärten ihnen die Mitarbeiter des Untersuchungsgefängnisses.

Daraufhin ging Lius Familie zur Bezirkspolizeibehörde Shuangcheng, um den Polizisten Liu Bo zu treffen, der für den Fall verantwortlich ist. Liu sagte, dass die Erlaubnis für Besuche nicht innerhalb seiner Zuständigkeit liege und sie zur Staatssicherheitsabteilung gehen müssten.

Lius Mann sagte den Beamten der Staatssicherheitsabteilung: „Meine Frau praktiziert Falun Gong, um ein besserer Mensch zu sein. Sieben Jahre lang hat sie sich um meine bettlägerige Mutter gekümmert. Sie hat kein Gesetz übertreten. Warum nehmen Sie sie fest? Sie erlauben uns nicht, sie zu besuchen und halten sie in Haft. Die Religionsfreiheit wird von der Verfassung geschützt. Es gibt kein Gesetz, das das Praktizieren von Falun Gong zum Verbrechen erklärt.“

Der Leiter der Staatssicherheitsabteilung erwiderte: „Das ist egal, Zeigen Sie mich doch an, wenn Sie meinen, dass die Festnahme falsch war. Klagen Sie gegen wen auch immer Sie klagen wollen. Wir werden Ihre Frau nicht freilassen.“

Der Leiter und der stellvertretende Leiter brachten immer wieder verschiedene Ausreden vor, warum die Familie Liu nicht sehen durfte. Sie haben sie seit ihrer Festnahme nicht gesehen.

Trotz wiederholter Bemühungen keine Besuchserlaubnis für Zhaos Familie

Zhao Haijun befindet sich seit seiner Festnahme im Untersuchungsgefängnis Shuangcheng. Seine Familie durfte ihn auch nicht besuchen. Der Polizeichef sagte, nur ein Anwalt dürfe ihn besuchen. Doch später erfuhr die Familie, dass selbst ein Anwalt inhaftierte Falun Gong-Praktizierende nicht besuchen darf.

„Ich darf mich nicht mit Herrn Zhao treffen. Ich kann sogar die Angeklagten in Mordfällen besuchen, aber angesichts der Tatsache, dass es sich um einen Falun Gong-Praktizierenden handelt, kann ich nichts tun.“, sagte ein Anwalt zu Zhaos Familie.

Über 400 Dorfbewohner unterzeichneten eine Petition, die besagt, dass Zhao ein guter Mensch ist und forderte, dass er freigelassen werde. Die Polizei weigerte sich, ihn zu entlassen und stattdessen übergab sie seinen Fall an das Bezirksgericht Shuangcheng.

Zhaos Familie ging zur Staatssicherheitsabteilung, um seine Freilassung zu beantragen. Sie sagten den Beamten, dass Falun Gong-Praktizierende keine Verbrechen begehen und gute Menschen sind. Auch erinnerten sie die Beamten daran, dass man sät, was man erntet.

Xiao Jitian, der Chef der Staatssicherheitsabteilung, beschimpfte sie und sagte: „Ich habe seit vielen Jahren Falun Gong-Praktizierende verhaftet, und es gab keinerlei Folgen. Wer wird mich bestrafen? Ich bin noch nie bestraft worden.“

Massenfestnahmen

Die groß angelegten Festnahmen waren von höherer Ebene angeordnet worden. Die Verantwortlichen dafür waren Wang Xiankui, der stellvertretende Gouverneur der Provinz Heilongjiang; Sun Yongbo, der Leiter der Provinzpolizeibehörde Heilongjiang und Ren Ruichen, der Leiter der städtischen Polizeibehörde Harbin.

Polizisten der Polizeibehörde Shuangcheng und des Büros 610 hatten 53 Praktizierende festgenommen. Die Verhaftung war ein Vergeltungsakt gegen die Falun Gong-Praktizierenden, die bei der obersten Staatsanwaltschaft Chinas Strafanzeige gegen Jiang erstattet hatten.

Das chinesische Gesetz erlaubt seinen Bürgern, Strafanzeigen zu erstatten. Viele Falun Gong-Praktizierende üben nun dieses ihnen zustehende Recht aus und zeigen das frühere Staatsoberhaupt an.

Frühere Berichte:

Mr. Zhao Haijun from Harbin City Arrested Along with Over 50 Other Practitioners
http://en.minghui.org/html/articles/2016/7/1/157642.html

Über 40 Falun Gong-Praktizierende in einer Nacht festgenommen – wegen ihrer Strafanzeige gegen Chinas Ex-Staatsoberhaupt
http://de.minghui.org/html/articles/2016/6/11/121440.html

Englische Version vorhanden
http://en.minghui.org/html/articles/2016/8/17/158302.html

Chinesische Version vorhanden
邻里公认的好人被非法关押两月余

Rubrik: Augenzeugenberichte

Provinz Heilongjiang: Verfolgung von Falun Gong in Landwirtschaftsbetrieben

23. Oktober 2016 | Von einem Minghui-Korrespondenten in der Provinz Heilongjiang in China

(Minghui.org) Die Provinz Heilongjiang gehört zu den Gebieten in China, in denen die Verfolgung von Falun Gong besonders stark ist.

Heilongjiang hat ein Amt für Landgewinnung mit neun landwirtschaftlichen Abteilungen, die mit über 100 Landwirtschaftsbetrieben über die gesamte Provinz verteilt sind. Sie sind nicht den Stadtverwaltungen unterstellt, sondern werden direkt der Provinzbehörde geleitet. Jeder Landwirtschaftsbetrieb hat seine eigene Abteilung der kommunistischen Partei und ein eigenes Komitee für Politik und Recht.

Die Parteifunktionäre in diesen landwirtschaftlichen Abteilungen beteiligen sich seit 1999 aktiv an der Verfolgung von Falun Gong. Praktizierende in diesem Zuständigkeitsbereich waren rechtswidriger Haft, Folter, Gehirnwäsche, Zwangsarbeit, Gefängnishaft, Hausdurchsuchung, Erpressung und Kündigung ihres Arbeitsplatzes ausgesetzt.

Dieser Bericht dokumentiert einen Teil der Verfolgungen, die in Bezug auf die zwölf Landwirtschaftsbetriebe im Bereich der Abteilung Hongxinglong des Amts für Landgewinnung Heilongjiang gemeldet wurden.

Gefängnishaft

Bestätigt wurde, dass seit 1999 27 Falun Gong-Praktizierende von Gerichten im Bereich der Abteilung Hongxinglong zu Gefängnisstrafen mit einer durchschnittlichen Haftzeit von 4,4 Jahren verurteilt wurden.

Tabelle 1: Auflistung der Falun Gong-Praktizierenden, die im Bereich der Abteilung Hongxinglong des Amts für Landgewinnung Heilongjiang rechtswidrig verurteilt wurden

2016-10-heilongjiang-1

Prügel, Folterungen während Verhör

Berichte über Folterungen in Polizeiwachen und Untersuchungsgefängnissen nach der Festnahme der Falun Gong-Praktizierenden sind ganz alltäglich.

Chen Jian wurde am 22. Mai 2008 festgenommen und im Untersuchungsgefängnis Hongxinglong eingesperrt. Während des Verhörs am nächsten Tag schlugen die Polizisten wiederholt auf seinen Kopf ein, so dass er sieben lose Zähne und Nasenbluten davontrug.

Chen erstattete Anzeige und zog sein Geständnis zurück, das unter der Folter von ihm erpresst worden war. Xu Lianbin, der stellvertretende Leiter des Untersuchungsgefängnisses, wies die Polizisten an, Chens Hände 37 Tage lang hinter seinem Rücken in Handschellen zu legen. Nicht einmal zum Schlafen wurden ihm die Handschellen abgenommen. Xu sagte zu ihm: „Euch Falun Gong-Praktizierenden gestehen wir niemals Menschenrechte zu.“

Chen wurde später zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.

背铐
Folterzeichnung: Hände hinter dem Rücken mit Handschellen gefesselt

Yu Yon erlitt dieselbe Folter, wobei zusätzliche Fußfesseln mit einem Gewicht von ca. 30 Kilo an seinen Beinen festgemacht waren. Die Polizisten drohten ihm damit, ihm die Fußfesseln ein Jahr lang nicht abzunehmen, wenn er beim Verhör nicht kooperieren würde.

Eine Woche lang wurden die Hände und Füße der 64-jährigen Tian Guomin im Untersuchungsgefängnis Hongxinglong zusammengekettet. Die Polizisten machten die Fesseln erst los, als ihre Familie kam und ihre Freilassung forderte. Nach der Folter konnte Frau Tian nicht gehen.


Folterzeichnung: Hände und Füße festgebunden

Qi Shuangyuan wurde im Untersuchungsgefängnis Hongxinglong festgehalten, wo die Wärter den Häftlingen befahlen, ihn zu verprügeln. Als er sich weigerte, sich an die Regularien des Untersuchungsgefängnisses zu halten, fesselten sie seine Hände mit Handschellen auf seinen Rücken und befestigten 30 Kilogramm schwere Fußfesseln an seinen Füßen. Da er nichts essen konnte, führten sie eine Zwangsernährung durch und ließen den Ernährungsschlauch in seinem Magen.

15 Tage lang ließen die Wärter diese Handschellen an ihm und führten die Zwangsernährung durch. Während seiner Haftzeit wiederholten sie dieselbe Prozedur dreimal. Infolge der Folter bekam Qi Krämpfe. Der stellvertretende Leiter des Untersuchungsgefängnisses sagte, dass „er ihnen Schwierigkeiten bereiten“ würde.

Unrechtmäßige Inhaftierung

Einigen Praktizierenden wurden während ihrer Haft keine Besuche von Familienangehörigen und nicht einmal von ihrem Anwalt erlaubt.

Chen Yan, 54, wurde am 14. September 2016 festgenommen, weil er im Landwirtschaftsbetrieb Shuangyashan Flyer über Falun Gong verteilt hatte. Die Polizei sperrte ihn in das Untersuchungsgefängnis Hongxinglong und durchsuchte am nächsten Tag seine Wohnung, ohne seiner Familie etwas über seinen Verbleib mitzuteilen.

Chens Vater erfuhr erst von der Verhaftung seines Sohnes, als er am 22. September zur Polizeibehörde ging.

Am nächsten Tag ging Chens Anwalt zum Untersuchungsgefängnis und wollte seinen Mandanten sehen. Die Wärter teilten ihm mit, dass sie nie Besuche für Falun Gong-Praktizierende zulassen würden.

Der Anwalt begab sich zur Staatsanwaltschaft, um Anzeige zu erstatten. Er wurde jedoch von den Angestellten aus der Tür geschoben. Dann ging er zurück ins Untersuchungsgefängnis und schickte an den Leiter des Untersuchungsgefängnisses einen Antrag auf Erlaubnis für ein Treffen. Der Leiter nahm den ganzen Nachmittag lang den Hörer seines Telefons nicht ab.

Chens Familie tappt immer noch im Dunkeln in Bezug auf die derzeitige Situation ihres Angehörigen. Drei Wochen sind mittlerweile [1] nach seiner Festnahme vergangen.

Vor dieser jüngsten Festnahme war Chen zweimal in ein Zwangsarbeitslager und einmal in eine Gehirnwäsche-Einrichtung gebracht worden. Seine Frau ließ sich unter dem ungeheuren Stress der Verfolgung von ihm scheiden. Seinem alten Vater geht es gesundheitlich sehr schlecht und er sehnt sich nach der Rückkehr seines Sohnes.


[1] Zum Zeitpunkt der Fertigstellung dieses Berichts

Englische Version vorhanden
http://en.minghui.org/html/articles/2016/10/13/159522.html

Chinesische Version vorhanden
黑龙江农垦总局红兴隆分局诬陷27位好人入狱

Rubrik: Dokumentation und Analysen

Zwei Falun Gong-Praktizierenden aus der Stadt Qiqihar droht Verhandlung

19. Oktober 2016 | Von einem Minghui-Korrespondenten in der Provinz Heilongjiang in China

(Minghui.org) Die Falun Gong-Praktizierenden Dong Daoshun (m) und Xi Ying (w) sind im Februar 2016 rechtswidrig festgenommen worden. Sie warten auf ihre Verhandlung vor dem Bezirksgericht Jianhua.

Dong, Xi und ein weiterer Praktizierender waren am 2. Februar 2016 auf dem Weg in ein Untersuchungsgefängnis, als sie von Polizisten der Staatssicherheitsabteilung der Stadt Qiqihar aufgehalten wurden. Dong und der andere Praktizierende wurden festgenommen, während Xi entkam.

Dong: Wohnung durchsucht und misshandelt

Der Polizist Yu Haitao und Polizisten von der Bezirkspolizei Jianhua gingen am Tag der Festnahme zu Dongs Wohnung und durchsuchten sie. Sie beschlagnahmten 500 Yuan (ca. 70 €)[1], Falun Gong-Bücher und einen Computer.

Dongs Auto, Mobiltelefon und eine Bankkarte wurden zum Zeitpunkt seiner Festnahme beschlagnahmt. Er wurde zum Verhör in die Polizeiwache Wenhualu gebracht.

Zwei Polizisten schlugen und stießen dort auf ihn ein. Sie zwickten ihn und ohrfeigten ihn mit einer Schuhsohle, so dass er Blutergüsse bekam. Später wurde er in ein Untersuchungsgefängnis überführt.

Als Dongs Anwalt ihn mehrere Tage später besuchte, konnte er noch die Blutergüsse auf dem Gesicht seines Mandanten sehen.

Als Dongs Frau von seiner Festnahme erfuhr, ging sie mehrmals zur Staatssicherheitsabteilung Qiqihar und zur Ortspolizeiwache, erhielt jedoch keine Auskunft über seinen Verbleib. Von einem Freund erfuhr sie schließlich, dass ihr Mann von der Staatssicherheitsabteilung festgenommen worden war.

Xis Festnahme und Inhaftierung

Polizisten in Zivil von der Polizeiwache Wenhualu erhielten die Anweisung Xi am Abend des 5. Februar 2016 zu verhaften. Sie durchsuchten ihre Wohnung und beschlagnahmten einen Computer und andere persönliche Gegenstände.

Xi wurde in die Polizeiwache Wenhuala gebracht. Während des Verhöres wurde sie über ein Dutzend Mal geohrfeigt. Außerdem entzog man ihr den Schlaf.

Am nächsten Tag brachte man sie in das erste Untersuchungsgefängnis von Qiqihar. Die dortigen Polizisten weigerten sich zunächst, sie aufzunehmen, da ihr Blutdruck sehr hoch war.

Hao, der Leiter der Polizeiwache, versicherte ihnen: „Kein Problem. Ich übernehme die Verantwortung, wenn ihr etwas zustößt.“

Xis frühere Verfolgung

Xi war im Jahr 2000 das erste Mal von Polizisten der Polizeiwache Donghu festgenommen und 15 Tage lang im 2. Untersuchungsgefängnis von Qiqihar festgehalten. (dieses Untersuchungsgefängnis existiert nicht mehr). Die Wärter schlugen ihr viele Male ins Gesicht und zogen an ihren Haaren, weil sie die Falun Gong-Übungen gemacht hatte.

Xi wurde erneut im Jahr 2002 festgenommen, dieses Mal von Polizisten der Polizeiwache Beijuzhai. Die Polizei legte ihr die Hände hinter ihrem Rücken in Handschellen und hängte sie auf. Sie wollten den Ort, an dem die Materialien über Falun Gong hergestellt wurden, herausfinden, aber Xi weigerte sich zu kooperieren. Sie wurde danach in das Zwangsarbeitslager Shuanghe überführt und dort zwei Jahre lang eingesperrt.


[1] Anmerkung: Das durchschnittliche Einkommen eines Arbeiters beträgt in den Städten Chinas monatlich umgerechnet etwa 300,- €

Englische Version vorhanden
http://en.minghui.org/html/articles/2016/8/21/158354.html

Chinesische Version vorhanden
齐齐哈尔市董道顺、奚莹面临非法庭审

Rubrik: Augenzeugenberichte

Zwei Jahre Zwangsarbeit und Folter: Strafanzeige gegen Jiang Zemin

4. Oktober 2016 | Von einem Minghui-Korrespondenten in der Provinz Heilongjiang in China

(Minghui.org) Seit dem Zeitpunkt, als das frühere chinesische Staatsoberhaupt Jiang Zemin im Juli 1999 die Verfolgung von Falun Gong angeordnet hatte, wurde Shi Zuosheng, 63, mehrmals inhaftiert. Einmal war er auch zwei Jahre lang im Zwangsarbeitslager Changlinzi. Grund für die Haft: Er hatte sich geweigert, seinen Glauben aufzugeben. Im Juni 2015 erstattete Shi Zuosheng dann Strafanzeige gegen Jiang Zemin.

Es folgt eine Zusammenfassung der Verfolgung, die Shi Zuosheng erlitten hat.

Mehrere Festnahmen und Inhaftierungen

Als ich am 4. November 2000 nach Peking fuhr, um für Falun Gong zu appellieren, wurde ich verhaftet. Man sperrte mich in der Polizeilnebenstelle des Tiananmenplatzes in einen Metallkäfig, bevor ich in das Verbindungsbüro Shuangcheng in Peking gebracht wurde. Vier Tage später wurde ich in die Stadt Shuangcheng zurückgebracht und in ein Untersuchungsgefängnis gesperrt.

Wärter Li Weixin stiftete die Häftlinge dazu an, täglich die Praktizierenden zu verprügeln. Sie schlugen auf mich so heftig ein, dass ich nicht mehr sitzen konnte und mich auch nicht mehr umdrehen konnte, wenn ich mich hinlegte. Sie tauchten außerdem meinen Kopf in eine Toilettenschüssel.

Eine andere Foltermaßnahme war zum Beispiel, dass sie mit der Sohle eines Plastikschuhs wiederholt auf meine Handrücken einschlugen. Das hatte eine extreme Schwellung zur Folge. Am darauffolgenden Tag trampelten sie auf meinen geschwollenen Händen herum, bis ich aufgrund der Schmerzen das Bewusstsein verlor. In jenen 19 Tagen meiner Haft wurde ich so sehr verprügelt, dass mein Körper überall mit dunklen Blutergüssen übersät war.

Am 15. Januar 2001 wurde ich erneut festgenommen und zwar in einem Bus, der in die Großgemeinde Zhoujia unterwegs war. Dong Fushan, der Dorfsekretär der kommunistischen Partei, zeigte mich bei der Polizei an. Zuerst wurde ich festgenommen. Als nächstes verhaftete die Polizei meine Frau Zhang Shufen, meinen Sohn Shi Xiangfeng und den Mitpraktizierenden Xia Yuanbo.

Da wir uns weigerten, eine sogenannte Garantieerklärung zur Aufgabe von Falun Gong zu schreiben, brachten sie uns in das Untersuchungsgefängnis Shuangcheng. Die Wärter dort wollten Geld von uns zu erpressen. Wir wurden 105 Tage eingesperrt, weil wir ihnen kein Geld gaben.

Die Polizisten aus der Großgemeinde Qingling durchsuchten meine Wohnung und nahmen meine Frau am 20. April 2002 fest. Unter den Polizisten waren unter anderen Bai Shenggang, der Leiter der Polizeiwache, und Dong Fushan, Ren Shuangku sowie Wu Wenzhi. Weil ich nicht zuhause war, hielten sie auch meinen Sohn im Untersuchungsgefängnis Harbin fest. Um einer Festnahme zu entgehen, hatte ich keine andere Wahl als meinen Heimatort zu verlassen und umherzuwandern.

Gefoltert im Zwangsarbeitslager Changlinzi

Als ich am 8. November 2004 einen Verwandten in der Stadt Harbin besuchte, wurde ich wieder verhaftet. Zunächst wurde ich in das Untersuchungsgefängnis im Bezirk Daowai gesperrt. Drei Tage später brachten sie mich in das Untersuchungsgefängnis Shuangcheng. Am 17. Dezember 2004 wurde ich zu zwei Jahre Haft im Zwangsarbeitslager Changlinzi verurteilt.

Zhao Shuang, der Leiter der Abteilung Nr. 5, bedrohte die Neuankömmlinge mit einem Elektrostab und sagte: „Mit einem Elektrostab geschockt zu werden, ist eine leichte Bestrafung. Wenn man sich weigert, die ‚drei Erklärungen‘ zur Aufgabe von Falun Gong zu schreiben, warten heftigere Strafen auf euch.“

Wir hatten für viele Stunden Zwangsarbeit zu machen. Wir mussten um 05:00 Uhr aufstehen und manchmal bis um 03:00 Uhr am nächsten Morgen arbeiten, um ihre täglichen Vorgaben zu erreichen. Nur dreimal am Tag durften wir die Toiletten aufsuchen und hatten weniger als eineinhalb Stunden Zeit für das Essen und den Toilettenbesuch.

Einmal wollte ich Zhao Shuang davon abraten, Falun Gong zu verleumden. Er wurde wütend und befahl Häftlingen, mich gegen eine Wand zu drücken und auf meine Brust einzuschlagen. Als ich nicht zu Boden fiel, zerrten sie mich in den Lagerraum und brachten mich zu einem Folterinstrument, das meine Arme verdrehte. Danach konnte ich meine Arme nicht mehr heben und hatte extreme Schmerzen.

Weil ich bei einer Versammlung am 1. Januar 2015 „Falun Dafa ist gut“ gerufen hatte, wurde ich von fünf Wärtern auf einem freien Feld herumgestoßen. Später brachten sie mich in eine Einzelzelle und machten mich 24 Stunden lang auf einem Metallstuhl fest.

Ein paar Tage später machte mich Wang Kai, der stellvertretende Leiter der Abteilung, mit Handschellen an einem Metallstuhl fest. Sie zogen mir alle Kleider aus und schockten mich mit drei Elektrostäben vom Hals bis zu den Schenkeln.

Mein ganzer Körper war verbrannt und meine Haut war dunkellila geworden. An manchen Stellen hatte ich keine Haut mehr.

Zhao Shuang zwickte heftig meine Hoden. Das verursachte äußerst starke Schmerzen, wenn ich urinierte. Ich wurde dann sieben Tage lang in Einzelhaft gesteckt.

Am Abend des 17. Januar 2016 rief ich wieder „Falun Dafa ist gut“. Sie ketteten mich mit Handschellen an einen Eisenstuhl und mehrere Häftlinge, darunter Chen Erlei, Yang Lei, Dong Hebin und Zhong Linwu, fuhren fort mich zu foltern.

Yang Lei schlug auf meine Kehle. Das verursachte Schmerzen beim Schlucken. Außerdem stachen sie Zahnstocher in meinen Scheitel und zerstachen meine Nasenlöcher mit Gras.

Dann schlugen sie eine Spindtür gegen meine Fußrücken, was eine tiefe Narbe hinterließ. Acht meiner Zehennägel wurden dunkellila. Ich brauchte eineinhalb Jahre, um mich von diesen Verletzungen zu erholen.

Außerdem verlor ich einen Zahn, als ich von Häftling Dong Hebin geschlagen wurde. Er war der Meinung, dass ich zu langsam arbeitete.

Einmal musste ich am Kopf genäht werden, nachdem ich von Zhao Shuang und seinen Schlägern verprügelt worden war. Danach banden sie mich für sieben Tage auf das Folterinstrument „Totenbett“[1].

Als ich entlassen wurde, war ich nicht in der Lage zu stehen und musste mich ständig übergeben. Am Tag darauf wurde ich ins Krankenhaus gebracht.

In diesen zwei Jahren im Zwangsarbeitslager lebte ich ständig in Angst und Schrecken. Jeder Tag schien wie ein Jahr zu sein!

Nur weil ich Falun Gong praktiziere, wurde ich eingesperrt und gefoltert. Der Schuldige für all dies ist Jiang Zemin, der die Verfolgung von Falun Gong in Gang gesetzt hatte.


[1] „Totenbett“: die Hände und Füße werden auseinandergezogen und an die Ecken eines Metalbettes gebunden. Dann werden dünne Nylonseile so eng von den Beinen aufwärts um den Körper und das Bett bis in Brusthöhe geschlungen, sodass der Praktizierende nur schwer Luft bekommt. Das führt häufig zur Bewußtlosigkeit.

Englische Version vorhanden
http://en.minghui.org/html/articles/2016/9/26/159306.html

Chinesische Version vorhanden
在劳教所遭残忍迫害 黑龙江双城市石佐生控告江泽民

Rubrik: Augenzeugenberichte

Polizist: „Unser Name ist Bösewicht!“

4. Oktober 2016 | Von einem Minghui-Korrespondenten in der Provinz Heilongjiang, China

(Minghui.org) Herr Xia aus der Stadt Harbin hatte am 20. September 2016 Gäste in seiner Wohnung, als drei Polizeibeamte in zivil hereinstürzten, und versuchten, sie festzunehmen. Als er ihre Ausweise verlangte, erwähnte ein Beamter: „Unser Name ist Bösewicht!“

Die Polizei sagte ihm aber, dass sie aufgrund eines Hinweises von Gao Zhiqiang, dem Leiter des Dorfes Wopeng, handeln würden. Der habe ihnen gemeldet, dass Xia und seine Gäste Bücher von Falun Gong lesen würden. [Falun Gong ist eine spirituelle Disziplin, die vom chinesischen kommunistischen Regime verfolgt wird.]

Xia selbst wurde nicht verhaftet, aber alle seine Gäste. Es handelt sich um drei männliche Falun Gong-Praktizierende: Cai, Su und Xu Zhenbin. Cai und Su wurden später in der Nacht freigelassen, nachdem sie dem Druck der Polizei nachgegeben und eine Erklärung unterschrieben hatten, in der sie versprachen, auf Falun Gong zu verzichten.

Xu wurde in die Haftanstalt Shuangcheng gebracht, wo er sich derzeit befindet (Stand: Ende September 2016).

Englische Version vorhanden
http://en.minghui.org/html/articles/2016/9/29/159348.html

Chinesische Version vorhanden
抓好人 哈尔滨双城区警察自称是流氓

Rubrik: Augenzeugenberichte

Inhaftiert in Heilongjiang: Aus Protest gegen die Prügel der Wärter tritt Sun in Hungerstreik

2. Oktober 2016 | Von einem Minghui-Korrespondenten in der Provinz Heilongjiang

(Minghui.org) Ein Einwohner der Stadt Harbin, der wegen seines Glaubens inhaftiert ist, befindet sich in Hungerstreik aus Protest gegen die Brutalität der Wärter.

Sun Kaiqing, 60, ist ein pensionierter Angestellter der pädagogischen Universität Harbin. Er wurde im Dezember 2015 festgenommen, weil er mit den Menschen über Falun Gong sprach, eine spirituelle Disziplin, die vom kommunistischen chinesischen Regime verfolgt wird. Ein paar Wochen später wurde er zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt und in das Gefängnis Hulan gebracht.

Am 29. September dieses Jahres stieß ihn der Wärter Liu Chunhe in sein Büro und prügelte wild auf ihn ein. Suns Gesicht bekam heftige Blutergüsse und schwoll an. Er trat daraufhin sofort in einen Hungerstreik, um gegen diese Brutalität zu protestieren.

Dreimal Zwangsarbeitslagerhaft

Vor dieser letzten Haft war Sun innerhalb von sieben Jahren dreimal im Arbeitslager Changlinzi interniert.

Das erste Mal kam er für zwei Jahre ins Zwangsarbeitslager Changlinzi nach seiner Festnahme im November 2001.

Weniger als ein Jahr nach seiner Entlassung wurde er erneut festgenommen und in das gleiche Arbeitslager geschickt.

Seine dritte Festnahme erfolgte am 18. April 2008, danach war er ein Jahr lang in Changlinzi eingesperrt.

Englische Version vorhanden
http://en.minghui.org/html/articles/2016/9/29/159344.html

Chinesische Version vorhanden
哈尔滨师范大学孙开清在呼兰监狱被打

Rubrik: Augenzeugenberichte

Todesmeldung: Heilongjiang: Mann stirbt vier Monate nach Verhaftung für seinen Glauben

12. September 2016 | Von einem Minghui-Korrespondenten in der Provinz Heilongjiang, China

(Minghui.org) Ein Bewohner der Stadt Wuchang ist weniger als vier Monate nach seiner Verhaftung gestorben. Der Grund: Er weigerte sich, Falun Gong aufzugeben. Falun Gong ist ein alter Kultivierungsweg für Körper und Geist, den die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) seit 1999 grausam verfolgt.

Herr Lu Zhifan, 50, wurde am 6. Mai dieses Jahres zusammen mit neun anderen lokalen Falun Gong-Praktizierenden ergriffen und in der Haftanstalt des Forstamtes Chaihe festgehalten. Kurze Zeit später war seine Verhaftung offiziell.

Am 11. Juli wollte Lus Anwalt seinen Klienten sehen, was Beamte der Haftanstalt ihm aber verwehrten. Das örtliche Polizeiamt und die Haftanstalt sagten aus, dass Lu sich geweigert habe, seinen Glauben aufzugeben, und dass jeder Besuch vom Sicherheitsministerium der Provinz genehmigt werden müsse.

Lus Mutter erkrankte, nachdem sie von der jüngsten Verhaftung ihres Sohnes erfahren hatte. Es versetzte ihr einen weiteren Schlag, als Mitarbeiter der Haftanstalt ihr vor einigen Tagen mitteilten, dass „einige zum Tode Verurteilte Ihren Sohn am 3. September zu Tode geprügelt haben.“

Die genaue Todesursache muss noch untersucht werden.

Dem vorzeitigen Tod gingen mehrere Festnahmen voraus

Lu wurde seit Beginn der Verfolgung im Jahr 1999 mehrmals für seinen Glauben verhaftet. Während seiner drei Jahre im Zwangsarbeitslager musste er einmal mit dem Kopf zwischen seinen Beinen auf dem Boden sitzen. Dann traten mehrere Wärter auf seinen Rücken und brachen ihm Beckenknochen und Sehnen. Wegen der entsetzlichen Schmerzen verlor er das Bewusstsein. Einen Monat lang konnte er nicht stehen.

Da Lus Frau mit dem Stress nicht fertig wurde, ließ sie sich von ihm scheiden, als er aus dem Arbeitslager entlassen wurde.

2015 reichte Lu Strafanzeige gegen Jiang Zemin ein. Er warf dem Ex-Parteichef Chinas die Einleitung der Verfolgung von Falun Gong vor, die zu seinen Inhaftierungen und seiner zerbrochenen Familie geführt hätten.

Früherer Bericht:

„Die Erfahrung von Herrn Lu Zhifan – Verfolgung in Wuchang, Provinz Heilongjiang“
http://de.minghui.org/html/articles/2004/2/22/11091.html

Englische Version vorhanden
http://en.minghui.org/html/articles/2016/9/8/158593.html

Chinesische Version vorhanden
http://www.minghui.org/mh/articles/2016/9/7/334107.html

Rubrik: Todesfälle